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GINA ÉTÉ - Erased By Thought

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Artist GINA ÉTÉ
Title Erased By Thought
Homepage GINA ÉTÉ
Label MOTOR ENTERTAINMENT
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GINA ÉTÉ ist eine Schweizer Singer-Songwriterin, die mit „Erased By Thought“ ihr Langspiel-Debüt gibt. 2019 machte sie bereits mit ihrer EP „Oak Tree“ von sich reden und nach der erfolgreichen Zusammenarbeit für diesen Sieben-Tracker hat sie sich mit ihrer dreiköpfigen Band Jeremie Revel, Phillip Klawitter und Noé Franklé erneut nach San Francisco ins Studio von John Vanderslice (SOPHIE HUNGER, DEATH CAB FOR CUTIE, ST. VINCENT, DEAR READER) begeben, wo die zwölf Songs voll analog aufgenommen wurden.

Auf „Erased By Thought“ darf man sich erneut auf kunstvolle Popmusik und starke Statements freuen, welche die sprachbegabte Künstlerin mit ihrer eindringlichen Stimme in Deutsch, Schwiizerdütsch, Englisch und Französisch facettenreich zum Besten gibt. Die Lieder sind persönlich und gleichzeitig auch gesellschaftsrelevant. Angefangen beim flirrenden Opener „Trauma“, der die Geschichte eines jungen Syrers erzählt, den Gina bei ihrer mehrwöchigen ehrenamtlichen Arbeit in einem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos kennengelernt hat. „Lach du nur“ übernimmt mit perlenden Melodien und leisem, schwiizerdütschem Unterton, während der Sound mit „For Elsa“ rhythmusbetonter wird und „Not Enough“ mit entschleunigter Coolness und einem Himmel voller Geigen zur blauen Stunde lädt. Beschwingt geht es mit dem eingängigen „All Or Nothing“ weiter, während „Rastlos“ jazzige Töne anschlägt und „Mach’s gut“ als reduziertes Klavierstück die Vocals in den Mittelpunkt rückt. „Nulle Part“ kommt als dezent-vertracktes französisches Chanson daher, wohingegen das schwungvolle „Troubleshooting“ mit männlichem Gastgesang und Streichern in Richtung Indie-Singer-Songwriting geht. Mit melancholischem Finger-Picking und schwermütiger Stimme schließt sich „Am Tellerrand“ an und auch „Somnifère“ bleibt ebenso wie die finale Piano-Nummer „Tired People“ in düsteren Gefilden verhaftet.

Nein, leichte Kost hat GINA ÉTÉ mit ihrem Hybrid-Pop auf „Erased By Thought“ sicherlich nicht zubereitet. Die ausgebildete Bratschistin, die außerdem Klavier und Synthies spielt, hat vielmehr Songs geschrieben, die zwischen Trauer, Wut und Hoffnung mäandern, mal akustisch, mal elektronisch, allein und mit ihrer Band vorgetragen werden und rhythmisch vertrackt, jazzig, komplex arrangiert und auch gelegentlich mal eingängig ins Ohr gehen. Vergleiche mit SOPHIE HUNGER und BJÖRK überraschen da nicht und GINA ÉTÉ muss diesen Vergleich zweifellos auch nicht scheuen.

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