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GINGER LEIGH - Sparrow Wings

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Artist GINGER LEIGH
Title Sparrow Wings
Homepage GINGER LEIGH
Label EIGENPRODUKTION
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Ich hatte ja keine Ahnung, was mich hier erwartet. Spartanisch kommt die CD/ Promo zu mir – ich habe ehrlich gesagt keinen Schimmer, wer oder was sich hinter dem Bandnamen verbirgt. Ein Mann? Eine Frau? Ein Künstlerkollektiv? „Sparrow Wings“ ist Sohnemann Cole gewidmet, aber das bringt mich auch nicht weiter. Und doch: Wenn ich ehrlich bin, ist es mir ziemlich Wurst, wer genau dieses knapp halbstündige Kleinod auf den Markt geworfen hat, denn das Ergebnis ist entscheidend.

Den Anfang macht „This is Ginger Leigh“ mit einem ultra-lässigen 60er-Jahre Agentenfilm-Hook (siehe auch „A Song for two Marionettes“ – wie genial), der vor sich hin hoppelt; cool und unspektakulär bis auf ein paar verzerrte Schreie gegen Ende. Fast schon kakophonisch mutet das darauffolgende „Here come the Trumpets“ an; die Stimme klingt wie ein Muezzin, der dem Backwardmasking frönt. Der „Immigrant Song“ ist beinahe mein Favorit, wenn das Herausfiltern eines Solchen bei einem derartig experimentellen Output möglich ist. Ich tippe auf eine Ukulele, über deren fast schon monotones Riffing seltsames Fiepen und ab und zu Schlagen gelegt wird. Ich kenne mich zu wenig mit Musiktheorie aus, aber die Klänge muten irgendwie fernöstlich an, was ich als durchaus erfrischend empfinde. Stampfende 80er Industrialbeats bereichern den nächsten Track. Irgendwie kann ich nur ungläubig kopfschüttelnd zurückbleiben. Innerhalb guter 30 Minuten jagt eine Innovation die nächste – nichts wird unnötig überlang ausgereizt. Kein Track ähnelt einem vorigen; ich habe das positive Gefühl, hier waren noch experimentierfreudige Visionäre am Werk und keine gelangweilten Spinner. Rückkopplungen, Knacken, sphärisch-angespannte Synth-Flächen münden in einen treibenden Film-Soundtrack-Rhythmus – und das klingt verdammt gut, sowie macht Lust auf mehr. „300 white Rabbits“ klingt so wie der Titel: strange, etwas beängstigend und wieder kakophonisch geordnet; Flötentöne kann man hinter Störgeräuschen ausmachen und jagen einen durch die Nacht.

Ich bin gespannt, was es in nächster Zeit noch von dieser Ausnahmeerscheinung aus den USA zu hören gibt. Vielleicht lege ich mir bis dahin erst mal den Backcatalogue zu.

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