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GIRUGÄMESH - s/t

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Artist GIRUGÄMESH
Title s/t
Homepage GIRUGÄMESH
Label GAN-SHIN RECORDS
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Als aufgeschlossener Musik-Freund sollte man auch auf den ersten Blick obskuren Bands ein offenes Ohr schenken. Dies wird natürlich erschwert, wenn die Protagonisten aussehen, als ob sie geradewegs einem Pang-Brothers Film entfleucht wären. Und da die Fans dieser Visual Kei Band, laut der TAZ, deren Konzerte gerne als „Branchentreffen und Leistungsschau“ nutzen, darf man sich aber gerne auch mal an Äußerlichkeiten aufhängen. Ich bin zwar ein großer Freund der asiatischen Kultur, aber mit J-Rock habe ich weniger am Hut, deswegen kann ich letztendlich nur die dargebotene musikalische Darbietung beurteilen und dies in keinem Verhältnis zu anderen Vertretern dieses Genre stellen. Und wenn man den Exotenbonus weg lässt, hat man es doch mit einer eher durchwachsenden Mischung aus Metal, (Glam-)Rock, Pop und Crossover zu tun. Eben alles, was Bands dieser Richtung gerne durcheinander wirbeln.

GIRUGÄMESH, aka GILGAMESH (benannt nach einem sumerischen König), haben ihrem zweites Album nach „13´s Reborn“ von 2006 keinen eigenständigen Titel gegeben, was ja für Bands gemeinhin einer Neufindung gleichkommt. In diesem Falle bedeutet das wohl lediglich eine Orientierung in härtere Gefilde, auch wenn man auf sanfte Töne natürlich nicht verzichtet hat (wobei die Ballade „Kowareteiku sekai“ gleichzeitig einer der am wenigsten zwingenden Songs ist. Depressive Emo-Suicide-Girlies werden das sicherlich ganz anders sehen). Die viel zitierten Vergleiche mit SYTEM OF A DOWN sind aber an den schwarz gefärbten Haaren herbei gezogen, denn das Songwriting kann zu keiner Zeit miteinander verglichen werden. SOAD benutzen keine Elektro-Spielereien und programmierte Beats in ihren Songs und spielen musikalisch in ganz anderen Sphären als diese Bleichgesichter. ENTER SHIKARI könnte man wohl eher als passenderen Vergleich heranziehen. Während das Intro mit seinen SOULFLY Tribal Drums eigentlich eine viel versprechende Atmosphäre aufbaut, „glänzt“ der folgende Song „Patchwork“ mit generischem Crossover Riff. Sänger Satoshi macht aber mächtig Alarm und würzt den Track mit beinahe SLIPKNOT artigen Shouts. Ein richtiger Vollausfall ist „Dance Rock Night“. Klingt nach den RED HOT CHIILI PEPPERS ca. 1985, SCATTERBRAIN oder wenn man ganz gemein sein will nach MR ED JUMPS THE GUN. Nur die Vocals verhindern ein sofortiges „In-den-Streik-treten“ des CD Players… Genug genörgelt, denn mit „Vermillion“ und „Shining“ gibt es sogar zwei richtige Hits, die man sich gerne öfter anhört. Letzterer ist richtiger Emo-Pop-Punk mit schöner Bridge und tollem Refrain. Das alles ist kompetent produziert und mit ausreichend musikalischem Können garniert. Letztendlich läuft es aber auf etwas härtere TOKIO HOTEL mit japanischen Vocals hinaus.

Für die Euro-Pressung hat Gan-Shin noch drei weitere Bonus Tracks auf dem Silberling verewigt, die zwar keine neuen Facetten der Band offenbaren, für Fans aber sicherlich genug Anreiz geben, diese Fassung zu erwerben. Insgesamt nicht mein Cup of tea, aber wenn´s schee macht…

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