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GOD DETHRONED - Passiondale

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Artist GOD DETHRONED
Title Passiondale
Homepage GOD DETHRONED
Label METAL BLADE
Leserbewertung
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9.0/10 (2 Bewertungen)

Schon seit 1991 treiben die holländischen Death Metaller um den obersympathischen Frontmann Henri Sattler in verschiedenen Inkarnationen ihr Unwesen in der Metal-Szene. Obwohl GOD DETHRONED seit jeher immer nur erstklassige Veröffentlichungen abgeliefert haben und zur alten Garde des Todesmetalls gehören, ist ihnen der gaaaanz große Durchbruch bisher verwehrt geblieben. Weshalb das so ist, ist dem Verfasser dieser Zeilen unverständlich, denn gemessen an der Qualität ihrer Alben müssten die Holländer eigentlich ganz oben auf dem Death Metal Olymp mitspielen… Vielleicht liegt es daran, dass die Herren sich mit jedem Album immer wieder neu erfinden, sich zwar mit jeder Veröffentlichung treu bleiben und ganz klar nach GOD DETHRONED klingen, aber eben dennoch das Kunststück vollbringen, sich weiterzuentwickeln und immer wieder neues auszuprobieren. Betrachtet man den Backkatalog der Band, dann fällt auf, dass es bei allen Varianten immer zwei Grundausrichtungen gibt. Entweder die Band hat extrem brutale Death Metal Meisterwerke veröffentlicht oder aber sie hat sich melodischeren, teils schon fast episch klingenden Materials angenommen. Beides beherrschen Henri und Co perfekt!

Auf „Passiondale“ geht es nun in neuer Besetzung wieder einmal heftiger zur Sache. Der Aggressions- und Brutalitätspegel der Songs so wie die Hauptgeschwindigkeit und der Anteil an Blastbeatpassagen wurde – gerade auch im direkten Vergleich zum direkten Vorgänger – um einiges angezogen und erhöht. Das soll aber nicht heißen, dass es die herrlich epischen Momente, die einige Fans am Vorgänger „The Toxic Touch“ so liebten, nicht mehr gibt. Dieses Mal kommen sie nur nicht so häufig vor und sind mehr in die Songs integriert, als sie zu dominieren. Allerdings ist ein Stück wie „Poison Fog“ (einer der besten Titel des neuen Meisterwerkes von Henri Sattler und Co.) noch immer von epischer Opulenz und fast schon MAIDEN-artigem Pathos. Aber GOD DETHRONED klingen auf „Passiondale“ insgesamt gesehen wieder räudiger, böser, wütender und schneller. Songs wie „Drowing In Mud“ prügeln dem Hörer einfach direkt, gnadenlos und gradlinig in die Fresse und bieten kaum Zeit zum Verschnaufen. Dabei lässt man aber die coolen und für die Formation urtypischen harmonischen Gitarren und die charakteristischen Breaks nicht außen vor, wie man gerade beim Titelsong unter Beweis stellt, dessen immer wiederkehrende Zeile „No Escape From Passiondale…“ sich einfach sofort im Ohr festsetzt. Gerade dieser Track besitzt neben den fast schon üblichen MAIDEN-Verweisen bei der Gitarren-Arbeit durchaus auch eine gehörige Schlagseite in Richtung BOLT THROWER, was ihm aber natürlich nicht schadet. Und auch auf Eingängigkeit wird nicht verzichtet. Dabei bleibt die Truppe dann aber dennoch brutal, wie man mit dem eindrucksvoll an oben genannte BOLT THROWER erinnernden „Fallen Empires“ gegen Ende des Albums noch einmal verdeutlicht!

Thematisch befasst man sich hier mit dem belgischen Ort „Passiondale“, der Schauplatz einer brutalen und viele Opfer kostenden Schlacht im ersten Weltkrieg war und über den schon IRON MAIDEN auf ihrem „Dance Of The Death“-Album berichteten. Zu der Härte und Sinnlosigkeit der Schlacht passt die derzeitig eher brutalere Ausrichtung der Band natürlich perfekt, was eine brutale Komposition wie „No Survivors“ über die Hoffnungslosigkeit des Krieges gut verdeutlicht. Ein Song wie „Behind The Enemy Lines“ geht dann in die vollen und mäht mit fast schon perverser Brutalität einfach alles nieder, bevor er den Hörer kurz in Sicherheit wiegt, nur um gleich darauf wieder brutal zuzuschlagen. Es ist großartig zu sehen, wie hier Lyrics und Musik eine perfekte Symbiose eingehen…

Was soll man noch großartig schreiben? „Passiondale“ ist einfach ein perfektes Album geworden! Es gibt keinerlei Ausfälle, nur großartiges Liedgut! Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn dieses Werk nicht zum Death Metal Klassiker wird! GOD DETHRONED haben hier wohl DAS Death Metal Meisterwerk 2009 veröffentlicht. Viel besser kann man diese Musik nicht spielen. Ich liebe diese CD! Jeder, der nur entfernt an Todesmetall interessiert ist, benötigt dieses süchtig machende Album. Ganz, ganz großes Kino!

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