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GODDYS - Monsters of Reality

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Artist GODDYS
Title Monsters of Reality
Homepage GODDYS
Label PONYPHONE RECORDS
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Im lauschigen Thüringer Wald sind GODDYS daheim. 2019 veröffentlichte die Truppe um Frontfrau Emma Schwabe ihr Debüt „Ambrosia“ und empfahl sich damit der Stoner-, Blues- und Rockgemeinde. Dann kam Corona und der Drummer stieg aus privaten Gründen aus. Mit Hannes Köhler wurde Ersatz für die Schießbude gefunden und zusätzlich noch David Schreiber für die Tasten verpflichtet. Gemeinsam mit Bassist Michael Rudolph und Gitarrist und Sänger Philipp Schwabe begab man sich erneut ins Studio und nahm den zweiten Streich „Monsters of Reality“ auf.

Elf Songs umfasst der Silberling, der im Vergleich zum Vorgänger düsterer, spannungsgeladener und massiver im Sound ist. Das Songwriting wirkt zudem vielseitiger und zielstrebiger. Ganz offensichtlich hat es GODDYS gutgetan, dass neue Musiker den Stil der Band befruchten und neue Ideen einbringen. Inhaltlich geht es um „Monster“ aller Art, die mal als „Dead Man“, „Emperor“, „Cave Man“ oder „Yeast Beast“ daherkommen. Mit dem eröffnenden Blues-„Monster“ spielt sich der Fünfer ordentlich in Fahrt – ein Zustand der mit „Dead Man“ erhalten bleibt. Der „Emperor“ ist eine düstere Gestalt, die in doomigen Gefilden zuhause ist. Derweil zieht es den Cave Man“ in rhythmusbetonte Blues-Höhlen, ehe die Single-Auskopplung „Oddkilla“ unserer aller dunkle Seite mit schwurbeligem Blues-Rock zum Thema macht. Der „Mash Head“ präsentiert sich noch eine Spur vertrackter und gleichzeitig auch recht geheimnisumwoben. Ein guter Übergang zu den „Tentacles“, die in dunklen Stoner-Untiefen ihre Fangarme ausstrecken. Beim straighten „Brother“ gibt es derweil Zwiegesang zwischen Emma und Philipp auf die Ohren. Die beiden sind übrigens weder Bruder und Schwester, noch Eheleute, sondern verschwägert. Was mag allerdings ein „Yeast Beast“ sein? Womöglich Hermann? Dieser Freundschaftskuchen nach dem Kettenbrief-Prinzip, den man zunächst füttern und pflegen musste, damit er immer größer wurde und man ihn schließlich backen konnte – natürlich erst, nachdem man zuvor einen Teil des Teiges weiterverschenkt hatte. Auf jeden Fall entwickelt sich der Song auf ähnliche Weise, vielleicht taugt er ja auch als Beschwörungsmucke für heikle Hefeteige. Mit „Wave“ wird es elektronisch-vertrackt, bevor das Quintett seinen „Joker“ zieht und es auf der Zielgeraden noch mal amtlich wummert.

GODDYS legen sich mit „Monsters of Reality“ nicht auf eine Spielart fest, sondern mäandern zwischen Stoner, Blues, Doom und Classic Rock. Das kann schon mal ein wenig sperrig klingen und wird für die Verfechter einer klaren Stillinie vermutlich zu bunt (oder auch düster) gemixt sein. Gleichwohl beweisen die Thüringer handwerkliches Geschick und enormen Facettenreichtum.

 

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