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GPKISM - Sublimis

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Artist GPKISM
Title Sublimis
Homepage GPKISM
Label DARKEST LABYRINTH
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Hatte ich eben noch bei der Rezi des aktuellen Albums von BLOOD das Vergnügen mit Herrn Kiwamu, begegnet er mir hier gleich wieder als Gitarrist von GPKISM. Und ich dachte immer, nur die europäische Szene wäre inzestuös (denkt euch an dieser Stelle bitte ein amüsiertes Augenzwinkern). Auch GPKISM stammen aus Japan und lassen sich dem Visual-Kei zuordnen. Da mir dieser Ausdruck bisher nur vom Hörensagen bekannt war, gebe ich an dieser Stelle mal eine kurze Einführung in die Thematik. Alle Interessierten dürfen jetzt weiterlesen, der Rest überspringe bitte den folgenden Absatz.

Visual-Kei setzt sich aus dem englischen Begriff visual (visuell, optisch) und dem Kanji-Zeichen kei (System, Herkunft, Abstammung, Clique) zusammen. In Japan gehören Visual Kei-Musiker überwiegend der Independent-Musikszene an, international hat sich Visual Kei jedoch zu einer der bekanntesten Erscheinungsformen der japanischen Populärmusik entwickelt. Die Musiker kombinieren verschiedenste modische Elemente wie z. B. Gothic und Punk, aber auch stilisierte Schuluniformen und Fantasiekostüme. Als frühe VK-Vorbilder dienten unter anderem westliche Rockmusiker wie DAVID BOWIE oder KISS. In westlichen Ländern wird den meist männlichen, oft androgyn auftretenden japanischen VK-Musikern häufig Homosexualität oder Transgender-Sein unterstellt. Der Gebrauch von Lippenstift, Haarstyling und weiblicher Kleidung erklärt sich jedoch einerseits aus fernöstlichen Schönheitsidealen und Kabuki-Traditionen und andererseits aus dem Bestreben, durch die Übersteigerung solcher Traditionen aufzufallen oder zu schockieren.[…]
(Quelle: www.wikipedia.org)

Die erste EP der beiden Japaner GPK und Kiwamu ist mit dem schönen Namen „Sublimis“ betitelt und das Booklet bedient jedes Klischee. Lack, Rüschen, Totenköpfe und Blut. Und ungefähr so klingt auch die Musik. Klassik auf Speed meets Elektronik. Passend dazu das Cover mit Weltuntergangshimmel in grau und schwefelgelb. Beginnt das erste Stück „Omnia“ noch mit einem engelsgleichen Chor, geht es danach richtig zur Sache. Das Spinett bohrt sich schmerzhaft in den Gehörgang, dazu ein stampfender Beat und ich frage mich, ob die Geigen aus dem Computer kommen oder ob es tatsächlich Menschen gibt, die in diesem Tempo ihr Instrument malträtieren können. Stimmlich bewegt sich das Ganze zwischen männlich markant und Matthew Bellamy von MUSE. Besonders deutlich zu hören bei „Metempsykhosis“, was mich immer wieder an „Muscle Museum“ erinnert und „Immaculatus“. Das alles wird gepaart mit einem virtuosen Gitarrenspiel von Kiwamu und immer wieder das Spinett, welches sich wie ein roter Faden durch die Songs zieht. Mit 7 Titeln und nur 30 Minuten Spielzeit ist das Album recht kurz geraten, aber ich glaube, dass mehr auch den Hörsinn überfordern würde. Die Texte sind bei GPKISM durchgehend auf Englisch gehalten und geben dem Hörer wenigstens einen sicheren Anhaltspunkt in dem sonst so unbekannten Drumherum.

Der Promozettel spricht von einem einmaligen Musikstil und das kann ich nur unterschreiben. So etwas in der Richtung habe ich bisher noch nicht gehört. Ich muss sagen, „Sublimis“ ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber gar nicht mal so schlecht. „Interessant“ sagt zwar irgendwie alles und nichts, trifft es aber wohl am ehesten, wenn man nicht den Ausdruck „absolut irre“ benutzen möchte. Und damit möchte ich die Scheibe auf keinen Fall schlecht reden, man sollte es einfach mal gehört haben.

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