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GRABER-TODGESAGT - Schattenklang

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Artist GRABER-TODGESAGT
Title Schattenklang
Homepage GRABER-TODGESAGT
Label EIGENPRODUKTION
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Der November ist mit Allerheiligen, dem Volkstrauertag und dem Totensonntag traditionell der Monat der Verstorbenen. Da passt es, dass der Schweizer Jan Graber, Mastermind der „Tod gesagt“-Reihe, das dritte Album „Schattenklang“ ausgerechnet am Black Friday veröffentlicht hat. Zumindest auf den physischen Silberling trifft dies zu; digital erschienen die 16 Todespoesie-Songs bereits am 21.10.2020, dem Todestag des musikalischen Weggefährten Martin Stricker, der 2011 auf der überarbeiteten Version der ersten Doppel-CD die Texte gesprochen hat und mit GRABER auch als Duo aufgetreten ist.

Somit ist „Schattenklang“ das persönlichste Album von GRABER. Es setzt sich explizit mit dem Abschied, dem Jenseits und den offenen Fragen, die der Tod mit sich bringt, auseinander. Musikalisch erinnert dies bisweilen an NICK CAVE, PINK FLOYD oder TOM WAITS, gelegentlich werden wie bei „Ohne Abschied“ jedoch auch harte Industrial-Klänge zu Gehör gebracht, während andere Stücke wie „Fallen“ mit einer reduzierten, eingängigen Instrumentierung die Spoken Words in den Fokus rücken. Eine Nummer wie „Elias sagt“ kommt mit experimentellem Gitarrengeschrammel daher, wohingegen insbesondere die Querflöte der Gastmusikerin Anna Murohy (CELLAR DARLING) beim instrumentalen „R.I.P.“ für eine gelöste Stimmung sorgt.

Im Wesentlichen herrscht jedoch eine recht düstere Stimmung auf „Schattenklang“. Dafür zeichnen sphärische Flächen, krachende Rock-Hooks, industrielle Beats und jazzige Tunes verantwortlich, die das musikalische Gerüst der Todes-Poesie aus dem Hause GRABER bilden. Jan Graber spricht die Texte nunmehr selbst und spielt Bass, Gitarre, Synthesizer, Piano, Perkussion und Samples. Sara Schär (ex-TNT, ONE TWO THREE) steuert weitere Stimmen, Bass und Perkussion bei und komplettiert wird die Band von Stefano Mauriello (TAR POND) am Sechssaiter. In dieser Formation begab sich GRABER im vergangenen Juni auf die Friedhofstour ‚Letzte Worte – Konzerte für die Toten‘ und spielte seine Rockpoesie dabei ausschließlich für die Verblichenen. Parallel zum Album „Schattenklang“ ist in der édition sacré der gleichnamige Gedichtband erschienen. Das broschierte, vom Künstler Dieter Kubli gestallte und illustrierte Taschenbuch enthält alle in der „Tod gesagt“-Reihe publizierten Gedichte, sowie drei bislang unveröffentlichte Stücke und ist auf 500 nummerierte und vom Autor signierte Exemplare limitiert. Mit persönlich ist das Projekt ein wenig zu morbide, Personen mit einer gewissen Todessehnsucht oder einer ausgeprägten Affinität zu Sensenmann & Co. mögen hingegen die außergewöhnliche GRABER-TODGESAGT-Performance goutieren.

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