Band Filter

GRAHAM CANDY - Plan A

VN:F [1.9.22_1171]
Artist GRAHAM CANDY
Title Plan A
Homepage GRAHAM CANDY
Label BMG
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

GRAHAM CANDY hatte nicht die leiseste Ahnung, was ihn erwarten würde, als er 2013 seine Heimat Neuseeland verließ und in den Flieger nach Berlin stieg. Der Junge, der die Schule schwänzte, um von Freunden erste Akkorde auf der Gitarre zu lernen und seine eigenen Songs zu schreiben, machte sich auf, seinem Traum durch elf Zeitzonen hinterher zu jagen. Als Graham eines Tages bei seinem Direktor vorstellig werden musste, gab dieser ihm ausdrücklich den Rat, sich auf seine schulische Laufbahn zu konzentrieren. Er brauche immerhin einen Plan B im Leben. Candys Antwort: „Ich brauche keinen Plan B. Ich habe meinen Plan A und den setze ich um.“ So wurde er auch in einer Bar in Auckland von seinem heutigen Management entdeckt. Und machte den großen Schritt alles hinter sich zu lassen, was der heute 25-jährige bis dahin kannte. Jetzt ist sein Debütalbum fertig und heißt, wie sollte es anders sein, „Plan A“. Hierzulande wurde GRAHAM CANDY zunächst vor allem durch seine Zusammenarbeit mit dem deutschen DJ und Produzenten ALLE FARBEN und dessen Single „She Moves (Far Away)“ bekannt, die 2014 die Top 10 der deutschen Charts und Goldstatus erreichte. Nun kommt der Mann mit der prägnanten Falsett-Stimme also mit seinem eigenen Erstling ums Eck und ich bin mir sicher, dass er wahrlich keinen Plan B mehr braucht!

Mit dem herzzerreißenden Opener „Home“ heißt Candy den Hörer sofort in seinen intimsten Gedanken willkommen. „I want to go home, but not today“ singt er über die Entfernung, die ihn jetzt von seinem früheren Leben trennt. Aufgenommen wurde der Song mit einem 30-köpfigen Chor seiner ehemaligen Schule in Auckland – derselben Schule, an der sich sein Leben, ohne die Unterstützung seines Schuldirektors, in eine andere Richtung hätte entwickeln können. Jetzt wird allerdings erst einmal getanzt und zwar zum pumpenden Dancefloor-Filler „Glowing In The Dark“ ebenso wie zum rhythmusbetonten Soul von „90 Degrees“ und der ersten Single „Back Into It“, die mit coolen Grooves und jugendlicher Energie gefällt. „My Wellington“ ist eine verspielte Hommage an die Hauptstadt des weit entfernten Zuhauses des Musikers und Schauspielers. Nach der Leichtigkeit dieser Nummer wirkt „Kings And Queens“ im ersten Moment umso massiver, doch dieser Eindruck verflüchtigt sich bald und stattdessen manifestiert sich das Gefühl, unbedingt mitklatschen zu müssen. In ähnlicher Weise präsentiert sich das opulente „Travellers Lovers“, bevor „Heart of Gold“  und „Little Love“ leise Piano-Töne anschlagen. Mit „Paid A Nickel“ verweilt Mr. Candy im Singer-Songwriter-Modus, in dem auch das reduzierte, wunderschöne „Broken Heart“ zuhause ist. Bleibt noch „Memphis, mit dem der Longplayer hochemotional endet.

Mitunter erinnert mich GRAHAM CANDY ein wenig an den Israeli ASAF AVIDAN. Das liegt zum einen an der ungewöhnlichen Klangfarbe ihrer Stimmen und zum anderen an dem Umstand, dass beide einen Großteil ihres Erfolges in Deutschland einem DJ zu verdanken haben. Bei ASAF AVIDAN war es der WANKELMUT-Remix seines „Reckoning Songs“ und bei GRAHAM CANDY das bereits erwähnte „She Moves“. Beide bringen aber auch eine ungeheure Musikalität und Spielfreude mit und wissen mit ihren Liedern abwechslungsreich zu überzeugen.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu GRAHAM CANDY