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GRANDE ROSES - Built On Schemes

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Artist GRANDE ROSES
Title Built On Schemes
Homepage GRANDE ROSES
Label NOISOLUTION
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Woran liegt es, dass die Skandinavien Rock-Kapellen so wahnsinnig gut gedeihen? Ist im hohen Norden irgendwas im Wasser? Oder fokussieren die kurzen Sommer und langen Winter die Leute in irgendeiner Weise auf Rock’n’Roll? Gibt’s dort womöglich eine andere musikalische Früherziehung als bei uns? Ich habe keine Ahnung, aber ich weiß, dass die Schweden mal wieder einen Rotzrock-Export der Extraklasse am Start haben: GRANDE ROSES! Vor zwei Jahren ist bereits das großartige Debüt „Disease“ in die Plattenläden gekommen, jetzt legt der Fünfer mit „Built On Schemes“ energiegeladen nach.

Dass die Herrschaften aus der Provinz Öresund mal mit Country-Mucke angefangen haben, hörte man bereits dem Erstling nicht mehr an und auch die aktuelle Konservenkost ist weit von diesem Genre entfernt. Dafür vermeint man beim Opener „The Knife Digs Deeper“ Anleihen bei NEW MODEL ARMY zu hören, was insbesondere der Stimmlage des Fronters Göran Andersson geschuldet ist, die viel Ähnlichkeit mit dem Gesang von Justin Sullivan hat. Auch stilistisch könnte das Quintett, das inzwischen seine Zelte 500 Kilometer weiter südlich in Stockholm aufgeschlagen hat, den Briten durchaus das Wasser reichen, wie besipielsweise der nicht ganz so ungestüme Titeltrack „Built On Schemes“ beweist. „Ambulance“ gibt derweil wieder amtlich Gas, bevor das eindringliche „For A Greater Cause“ kurz an Andrew Eldritch und seine barmherzigen Schwestern denken lässt. Mit viel Alternative-Schwung drängt derweil „Seconds For Hours“ nach vorn und auch das punkige „No Future“ kennt nur eine Richtung: straight ahead! „Mountains“ ist mit seiner dunklen Färbung ebenfalls nicht zu bremsen, erst „Liars Next“ schaltet einen Gang runter, was aber lange noch nicht heißt, dass bei dieser Nummer an irgendeiner Stelle am nötigen Druck gespart würde. Ihre Dark-Wave-Liebe zeigen GRANDE ROSES schließlich besonders ausgeprägt auf der Zielgeraden, wenn sie sich mit dem quirligen „Spread The Ashes (And Love)“ viel zu früh verabschieden.

Wenn GRANDE ROSES vor rund zehn Jahren noch ziemlich akustisch unterwegs waren, ist ihr Sound über die Jahre immer lauter und ruppiger geworden. Geschadet hat das auf gar keinen Fall, denn „Built On Schemes“ weiß auf ganzer Linie zu überzeugen und gefällt mit viel Temperament und Abwechslungreichtum.

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