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GRAVEYARD TRAIN - Hollow

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Artist GRAVEYARD TRAIN
Title Hollow
Homepage GRAVEYARD TRAIN
Label CARGO RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Angefangen hat die Erfolgsgeschichte der australischen Alternative-Country-Band GRAVEYARD TRAIN als Schnapsidee unter Freunden. Aus Spaß am Spielen formierten sie sich zu einer Band, die jede Gelegenheit nutzte, um vor Publikum aufzutreten. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich die siebenköpfige Kapelle aus Melbourne von einer Formation aus Kumpels, die vor allem in Kneipen tranken und spielten zu Kritikerlieblingen und Headlinern diverser Festivals. Es kam wie es kommen musste: Der Erfolg stieg den Jungs 2012 zu Kopf, die genervten Freundinnen suchten das Weite und die Musiker zerstritten sich, nachdem Kneipentouren aus dem Ruder liefen und ihnen die neue Rolle als professionelle Musiker offensichtlich zu viel wurde.

Dennoch war es die Musik, die GRAVEYARD TRAIN wieder zusammengeführt hat. Das gemeinsame Schreiben neuer Songs und die Arbeit im Studio stellten sich als geradezu therapeutisch heraus und so kann es jetzt mit „Hollow“ wieder in die Horror-Country-Vollen gehen. „Horror Country“ nennen die Herrschaften ihren Musikstil und tatsächlich hat ihre Mucke etwas dunkel-makabres – unterschwellig bereits im Opener „Get The Gold“ zu hören, während „I’m Gone“ auf treibende Hooks und verfremdete Stimmen setzt. „The Sermon“ schließt sich ganz klassisch mit Banjo und Dobro an – und mit dem mehrstimmigen Gesang des umtriebigen Country-Chors, der dank „Life Is Elsewhere“ äußerst entspannt in den Sonnenuntergang reitet, um „The Priest“ wenig später mit scheppernder Blues-Slow-Motion zum Teufel zu schicken. Düster-treibend folgt „The Doomsday Cult Blues“, ehe mit „You And Me“ erneut gut gelaunt Tempo gemacht wird und zum emotionsgeladenen „Hollow Wind“ geschmachtet werden darf. Die Mundharmonika im Anschlag erklingt die „Mary Melody“ am imaginären Lagerfeuer und lädt zum Mitsingen ein, bevor „One Foot On The Grave“ zum psychedelischen Rundumschlag ausholt. Schreigesang und brachiale Gitarren finden ihren Weg in den GRAVEYARD-TRAIN-Sound, der am Ende mit „The End of The World“ wundervoll episch ausfällt.

„Hollow“ ist so was wie der Soundtrack zu einem modernen Spagetti-Western, bei dem neben zwielichtigen Gestalten auch lauernde Kreaturen und übernatürliche Wesen in einer von der Sonne verbrannten Landschaft nicht fehlen dürfen. Der warme Bariton von Nick Finch gibt dabei durchaus die Richtung vor, doch die abwechslungsreiche Instrumentierung und nicht zuletzt der Cowboy-Background-Chor tun ein Übriges, den Songs Leben einzuhauchen – manchmal auf ziemlich düstere Art, aber immer absolut hörenswert.

 

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