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GREAT GRANDPA - Four of Arrows

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Artist GREAT GRANDPA
Title Four of Arrows
Homepage GREAT GRANDPA
Label BIG SCARY MONSTERS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Okay, Tarot ist nun nicht unbedingt mein Ding, deshalb sagt mir die die Bedeutung der Tarotkarte „Four of Arrows“ überhaupt nichts. Aber natürlich wird sich die in Seattle ansässige Indie-Kapelle GREAT GRANDPA was dabei gedacht haben, ausgerechnet diese Symbolik für ihre zweite Full Length „Four of Arrows“ gewählt zu haben. Die Karte soll Ruhe darstellen und in diesem Zustand hat sich wohl die Band um den Gitarristen Pat Goodwin befunden.

Nach der Veröffentlichung ihres Debüts „Plastic Cough“ im Jahr 2017 war die Band zunächst unzertrennlich, was sich jedoch mit dem Ende der Tour änderte: Sängerin Alex Menne, Bassistin Carrie Goodwin, Drummer Cam Laflam, Gitarrist Dylan Hanwright und der bereits erwähnte Pat verteilten sich über die gesamten USA und es kam zu Solo-Songwriting-Sessions. Die meisten Tracks wurden allein von Pat und Carrie Goodwin geschrieben, während sie auf Reisen waren und im mittleren Westen lebten. Wie sehr diese Songs jedoch auch zur gesamten Combo passten, stellte sich Anfang 2019 heraus, als man am Neujahrstag gemeinsam mit dem Produzenten Mike Vernon Davis (MODEST MOUSE, PORTUGAL. THE MAN) mit den Arbeiten an „Four of Arrows“ begann. Im Gegensatz zum Erstling kommt der zweite Streich deutlich verletzlicher und emotionaler daher. Angefangen beim schwermütigen „Dark Green Water“ über das eindringliche „Digger“, das zarte Melodien mit ruppigen Gitarren verbindet, bis zum entspannten „English Garden“, das Schmerz, Verzweiflung und düstere Kämpfe für einen Moment vergessen lässt. So dienen die hellen Arrangements von „Mono No Aware“ und „Bloom“ als unzuverlässiger Lichtschein im Dunkeln, während „Endling“ reduzierte Klavierakkorde ins Rennen schickt und „Rosalie“ verpassten Gelegenheiten nachtrauert. Dank „Treat Jar“ nehmen knackige Langäxte wieder mehr Raum ein, ein Hauch Melancholie liegt trotzdem über allem und am Ende schleppt sich der Fünfer bei „Mostly Here“ einigermaßen erschöpft auf die Zielgerade.

Erschöpft in einem positiven Sinne, denn GREAT GRANDPA haben mit „Four of Arrows“ einen bisweilen steinigen und alles andere als gradlinigen Weg zurückgelegt. Alex‘ charismatischer Gesang macht sich hier ganz hervorragend, auch die Instrumente sorgen für eine intensive Stimmung, die nicht unbedingt in guter Laune mündet, aber dem zu erwartenden November-Blues nur angemessen ist.

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