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GREENLEAF - Rise Above The Meadow

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Artist GREENLEAF
Title Rise Above The Meadow
Label NAPALM
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Das schwedische Kollektiv GREENLEAF wurde bereits im Jahr 1999, damals als Nebenprojekt von DOZER-Gitarrist Tommi Holappa, gegründet. Nun, im 17. Jahr des Bestehens und – das pressfrische „Rise Above The Meadow“ mitgerechnet – mit mittlerweile sechs Full Length-Outputs ausgestattet, ist es zu einer festen Institution in der Stoner Rock-Gemeinde geworden und hat die Hauptbetätigunsfelder der immer mal wieder wechselnden Mitglieder im Hinblick auf Aktivität und Popularität längst überholt. Neuester Mitstreiter ist Bassist Hans Fröhlich von den Cottbussern GRANDLOOM, der den Skandinaviern seit dem letzten Sommer seinen satten Groove spendiert.

Besagter Groove und der allgemein wunderbar wummernde Fuzz-Sound des Albums sind dann auch das auffälligste Merkmal von „Rise Above The Meadow“. GREENLEAF haben im Vergleich zum etwas feingliedriger wirkenden Vorgänger „Trails And Passes“ deutlich an Druck zugelegt. Gleich der wuchtig pumpende Opener „A Million Fireflies“ unterstreicht dies besonders eindrucksvoll und heizt die Ohren auf eine angenehme Palm-Desert-Betriebstemperatur auf. KYUSS, anyone?

Na klar, immer doch! Aber hier gibt es noch viel mehr zu entdecken als „nur“ eine kompetente Huldigung der Altehrwürdigen. GREENLEAF standen schon immer für eine sehr detailverliebte Lesart der einschlägigen Blues- und Wüstenliteratur. Das rückt sie einerseits in die Nähe des Hardrock der (frühen) Siebziger und schlägt auf der anderen Seite eine bequeme Brücke zu progressiveren Gefilden. Gerade dieser Aspekt erfährt auf „Rise Above The Meadow“ eine neue, intensive Dimension. Das beschwingte „Howl“ und ganz besonders das episch ausladende „Levitate And Bow (Pt. 1&2)“ bieten spannende Melodiebögen und mitreißende Gitarrenelegien in Hülle und Fülle. Kontrastiert werden diese vor Kreativität nur so strotzenden, manchmal auf angenehme Weise an HYPNOS 69 erinnernden Tracks, durch trockene, direkte Rocker wie „Golden Throne“ und „You’re Gonna Be My Ruin“, die ihre Heimatgarage irgendwo zwischen MC5 und den QUEENS OF THE STONE AGE haben und die Band davor bewahren, vor lauter Spieltrieb das Abendessen in Form von Dosenbier und Geräuchertem zu verpassen. Man kann ja schließlich nach dem Essen weiter spielen. Das abschließende „Pilgrims“ mit seinem furiosen Gitarrenfinale kann hierfür als eindeutiger Beweis gelten.

Alles in allem ist „Rise Above The Meadow“ ein Album, das sich aufgrund seiner Vielschichtigkeit und seines Ideenreichtums nicht beim ersten Hören vollends erschließen will. Gibt man ihm jedoch seine Zeit und einige Durchläufe, hört es nicht auf zu wachsen, und entpuppt sich schlussendlich als ein wahrhaft stattlicher Riff-Monolith mit einer wunderbar quirligen Seele.

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