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GRENDEL - Timewave Zero

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Artist GRENDEL
Title Timewave Zero
Homepage GRENDEL
Label INFACTED RECORDINGS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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3.6/10 (21 Bewertungen)

Es wäre wohl etwas übertrieben, GRENDELs 2007er Scheibe „Harsh Generation“ als Geburtshelfer eines ganzen Genres zu bezeichnen, gleichwohl handelt es sich hier um einen absoluten Klassiker der Harsh (sic) Electro/ Aggrotech-Bewegung. Oder wie es ich damals formulierte: „Fett!“. Daran konnte auch der Zahn der Zeit nicht nagen, in meinem imaginären Cabrio landen Granaten wie „Hate this“ oder „Void Malign“ immer noch regelmäßig im Player. Danach sah sich der gute VLRK aka JD wohl veranlasst, ein wenig innovativer zu werden bzw. seinen Gesangsstil zu verändern, was das Fanlager zumindest ansatzweise spaltete. Die kaum noch verzerrten, dafür eher hardcoremässig-gebellten Vocals waren meine Sache nicht gerade, vielleicht fehlt auch deshalb eine Rezi der „Chemicals + Circuitry“-EP aus dem Jahre 2010 auf diesen Seiten. Nun aber sind weitere 24 Monate ins Land gezogen, der Rauch ist verzogen, die Szene eher impotent – da freut man sich doch auf ein neues Kampgeschwader unserer westlichen Nachbarn. Und die „Timewave Zero“ sorgt definitiv für Aufsehen, ohne allerdings das Rad der Zeit gänzlich zurückzudrehen. So denn man darauf gehofft hat.

Die 10 Songs der Basisversion werden ummantelt von Intro Schrägstrich Outro, passenderweise „Rise“ und „Fall“ betitelt. Das klingt nicht nur ein wenig martialisch, das lässt auch apokalyptische Soundtrack-Assoziationen aufkommen. Pompös und druckvoll inszeniert wie der Rest der Scheibe. GRENDEL genießt man eh am besten loud and pure, dann kommen Brecher wie „Conflict Instigation“, das Titelstück und vor allem das bärenstarke „Out of my mind“ an Position 6 bestens zur Geltung. Hier zeigt der Kompositeur, dass er in den letzten 5 Jahren aber auch gar nichts verlernt hat, die Soundstrukturen, der Aufbau, bestimmte Wendungen im Design, das alles ist typisch GRENDEL. Und doch up to date Version 2012, da feiner ausgearbeitet und vielleicht nicht ganz so stereotyp. So scheint mir eine Vorliebe für „alte“ 80er Analog-Sounds durchzuschimmern, gerade beim Refrain des Letztgenannten. Dazu gibt es ein leckeres Instrumental à la „Neon City Nights“, das ziemlich ähnlich auch von SCOOTER hätte stammen können, durchaus ein Einfluss auf JDs Oeuvre. Die verschiedenen Gesangsstile werden clever variiert, von clean bis old school verzerrt ist alles dabei, was nach Abwechslung schreit. Ein Ausreißer nach unten ist lediglich die Zusammenarbeit mit Sängerin Lis Van Den Akker (MISERY), die zwar bereits bekannten Größen wie FROZEN PLASMA oder PSY’AVIAH ihre Stimme lieh, hier aber extrem poppig und extrem fehl am Platze scheint. Das Ganze wirkt eher wie ein fast radiotauglicher Fremdkörper. Ansonsten regiert aber fast durchgehend das volle Brett technoid angehauchten harten Electros voller treibender Melodien und cleverer Einfälle.

GRENDEL ist im Jahre 2012 angekommen und liefert ein bestens durchdachtes Update auf den eigenen Sound ab. Nicht völlig ohne Makel aber dafür aufwändig in Szene gesetzt kann man sich damit an die Speerspitze eben jener setzen. Wer noch nicht genug hat, darf die Limited Edition erwerben mit 15 Bonus Tracks von Acts wie AESTHETIC PERFECTION, C-LEKKTOR oder MODULATE, die überwiegend recht konstruktiv ans (Ausgangs)-Werk gegangen sind. Etwas nervig allerdings die Blockbildung (die Remixe der gleichen Songs direkt nacheinander platziert), die vielleicht beim Fußball funktioniert, hier aber ein wenig Monotonie heraufbeschwört.

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