| Artist | GRIMM |
| Title | Kalt wie Dein Herz |
| Homepage | GRIMM |
| Label | DANSE MACABRE |
| Leserbewertung |
Aus dem Hamburger Raum stammt die Formation GRIMM, die zuletzt mit ihrer „Konsumier mich“ EP auf sich aufmerksam machen konnte. Dabei bewegt sich die Band um Andreas Hellmanzik (music, programming, mix), Jan Sörensen (voice, lyrics), Marc Bargmann (guitars), Carina De Jesus (vocals, backing vocals), Richard Stier (violins), Robert Stier (cello) und Stefan Dubbel (guitars) in einer musikalischen Mixtur aus synthetischer und primär „handgemachter“ Musik. Die eigenen Wurzeln reichen von Gothic Rock der 80er bis hin zu den verschiedenen Spielarten des Elektros. Möchte man die Band mit anderen Genrevertretern vergleichen, so werden sicherlich auch die Namen RAMMSTEIN, OOMPH! oder generell der Begriff „Neue deutsche Härte“ fallen. Man würde GRIMM jedoch Unrecht antun, wenn man sie als Plagiat bezeichnen wollte. Denn sowohl die Musik als auch die hintergründigen Texte besitzen eine große Anzahl eigener Stilelemente.
Das besagte „Konsumier mich“ ist dann auch gleich der Opener, der ein druck- und kraftvolles Album einleitet. Der „Parasit“ besitzt messerscharfe Gitarren-Riffs, treibende Beats, sowie einen Mitgröhl-Refrain, der diesen Song für den Konzert- aber auch den Clubeinsatz wie geschaffen macht. „Feurio!“ drosselt das Tempo, setzt aber ebenso auf eingängige Strukturen. Ein grooviger Rhythmus und düsterere Pianosounds zeichnen „Tanzen“ aus. „Schön“ beginnt mit schwebenden Sounds und baut sich zu einer orchestral gestützten midtempo-Rocknummer auf. Nach dem ruhigeren „Ameisen“ folgt mit „Prophet“ ein weiterer club-verdächtiger Titel, der wieder temporeich und treibend daherkommt. Elektronischer ist „Energie“, mit wabernden, sphärischen Sounds und dem harmonischen Gesang von Musicalsängerin Carina De Jesus, die auf mehreren Titeln des Albums zu hören ist. Bereits hier kann man konstatieren, dass das Zusammenspiel von Sänger (aggressivere Vocals) und Sängerin (zarterer Gesang) sehr gut und überzeugend funktioniert. Nach dem wunderschön balladesken „Tiefer“ und dem rockigen „Zuckerkuss“, dem mit coolen Beats, zustoßenden Gitarrenriffs und männlich/ weiblich wechselnden Vocals bestückte „Liederjan“, einer kurzen Wartezeit, sowie einem Hidden Track („Liebe/ Tot“ ?) endet das gelungene Debutalbum von GRIMM.
Die Norddeutschen legen eine Scheibe vor, die zahlreiche musikalische Einflüsse in sich vereint und mit einer druckvollen Produktion punkten kann. Interessant dürfte „Kalt wie Dein Herz“ vor allem für alle Fans von STAHLHAMMER, RAMMSTEIN etc. sein, die auch mal über ihren Fanteller hinausschauen wollen. Aber auch das Mittelalter-Lager kann hier sicherlich einen näheren Blick riskieren. Aufgrund der Eingängigkeit einiger Songs, dürften GRIMM wohl gute Chancen haben, bald in zahlreichen Clubs gespielt zu werden.

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