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GROSSSTADTGEFLÜSTER - Alles muss man selber machen

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Artist GROSSSTADTGEFLÜSTER
Title Alles muss man selber machen
Homepage GROSSSTADTGEFLÜSTER
Label BMG
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.5/10 (11 Bewertungen)

Da ist sie wieder, die freche Jen Bender, deren „Ich muss gar nix“ vom 2006er GROSSSTADTGEFLÜSTER-Debüt „Muss laut sein“ schon lange zum festen Repertoire der Indie-Dissen landauf und landab zählt. Gemeinsam mit Keyboarder Raphael Schalz hat Fräulein Bender die Elektro-Pop-Punk-Kapelle vor sieben Jahren aus der Taufe gehoben und seit 2008 gibt es nicht nur die zweite CD „Bis einer heult“, sondern auch ein drittes festes Bandmitglied, nämlich Chriz Falk am Schlagzeug.

Jetzt ist also Album No. 3 draußen und GROSSSTADTGEFLÜSTER drücken darauf bisweilen auf die Tube, als wäre der Leibhaftige hinter ihnen her. Die erste Singleauskopplung „Kaethe“, die gleichzeitig auch als Opener fungiert, zeigt sich noch in der schwungvollen Tradition der beiden Vorgänger und auch der FANTA-4-Tribute „Laut reden nichts sagen“ lässt es elektro-punkig krachen, nimmt aber schon deutlich an Fahrt auf, um dann bei „Weil das Morgen noch so ist“ richtig Tempo zu machen. Mit „Königin“ schaltet das Trio ein bis zwei Gänge zurück und präsentiert sich ungewöhnlich zahm. Was wohl nur ein Ablenkungsmanöver ist, um wenig später das verquere „Kartoffelsuppe“ aus dem Hut zu zaubern. „Kann ich auch“ wettert Jen schon bald eine Spur zu hektisch, nur um im Anschluss mit „Ene Mene“ elektronisch verzerrte Disharmonien zu verbreiten. Überhaupt zeigen sich GROSSSTADTGEFLÜSTER auf „Alles muss man selber machen“ nicht mehr so fluffig eingängig, wie man sie kennen und lieben gelernt hat. Eine gewisse Portion musikalischer Trotz ist entsprechend auch bei „Weine nicht mein Kind“ zu hören, während „110“ krachende Refrains mit abgehackten Elektrosamples kombiniert. Leichte Kost ist derlei wahrlich nicht, da nehme ich dankbar das vertrackte „Kontrollverlust“ zur Kenntnis, bei dem doch ähnlich wie bei „Nutten und Koks“ wieder vertraute Soundstrukturen die Oberhand gewinnen, bevor das unterkühlte „Berühr mich nicht“ zum guten Schluss noch einmal gefangen nimmt.

GROSSSTADTGEFLÜSTER haben zweifelsohne mit viel Enthusiasmus an allen Tasten und Reglern ihrer Keys und Aufnahmegeräte gedreht und es für meinen Geschmack an einigen Stellen damit ein wenig übertrieben. Bleibt abzuwarten, wie sich diese leicht hyperaktiven Stücke live machen. Für den Hausgebrauch könnte ich auf ein paar der stromführenden Loops, Hüpfer und Sprünge verzichten, die sich mir auf „Alles muss man selber machen“ in den Weg stellen.

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