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GROSSSTADTGEFLÜSTER - Trips & Ticks

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Artist GROSSSTADTGEFLÜSTER
Title Trips & Ticks
Homepage GROSSSTADTGEFLÜSTER
Label BMG
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

In meinem hauptamtlichen Job mit Kundenverkehr hören wir außerhalb der Öffnungszeiten gern mal ein bisschen Musik. Neuerdings läuten wir den Feierabend mit einer wahnwitzigen Hymne ein. „Feierabend“ heißt der Song, mit dem wirklich alles nach einem mehr oder weniger gelungenen Arbeitstag gesagt ist. Verantwortlich für die Nummer ist die Berliner Elektro-Punk-Pop-Combo GROSSSTADTGEFLÜSTER, die den Opener ihres fünften Albums „Trips & Ticks“ Ende 2018 vorab ins Rennen geschickt hat.

Nun steht auch die Langrille vor der Tür und erfreut den geneigten Hörer mit 13 Liedern und zwei Skits. Wer die Fronterin Jen Bender und ihre männlichen Mitstreiter Raphael Schalz (Keys) und Chriz Falk (Drums) kennt, weiß, dass man bei diesem Trio mit allem rechnen muss und so bekommt man von den Hauptstädtern eine Art alternativen Lebensratgeber auf die Ohren, mit dem man wirklich bei jeder Gelegenheit richtig aufgestellt ist. So werden in der zweiten Single „Neue Freunde“ gesucht – oder auch einfach eine Anleitung zur Selbstzerstörung gegeben. Darauf folgt eine chillige Liebeserklärung an „Meine Couch“, bevor Danger Dan von der ANTILOPEN GANG beim tanzbaren „Das was Peter Pan sagt“ besagtes Kind, das niemals erwachsen wird, zitiert. Auch der wahnwitzige Hauptstadt-Verkehr kommt bei GSGF dank „Skalitzer Straße“ nicht zu kurz – ganz nach dem Motto „Ich bin zwar tot, aber ich hatte Vorfahrt!“. Wer hätte gedacht, dass Jen, die gemeinsam mit Raphael GROSSSTADTGEFLÜSTER 2003 gegründet hat, eine Prinzessin ist? „Diadem“ klärt auf – auch darüber, dass Fräulein Bender eine wohl eher ungezogene Prinzessin ist. Das groovende „Huxley’s“ und das synthie-poppige „Anpassungsstörung“ unterstreichen die fehlende Konformität der Kapelle in unterschiedlichen musikalischen Darreichungsformen, ehe der Dreier mal wieder „Auf alles“ scheißt. Ravig geht’s mit der freundlichen Unterstützung des Hamburger Performance-Kollektives HGICH.T und „Hallus“ weiter, ehe sich „Trotzdem“ als knackige Liebeserklärung erweist und „Meine Mama“ sehr smooth jede Form von Bevormundung ablehnt. Bleibt noch „2080“ mit einem entspannten Ausblick auf Utopia.

„Tipps & Tricks“ darf man von GROSSSTADTGEFLÜSTER nicht erwarten, stattdessen haut die Truppe „Trips & Ticks“ raus und perfektioniert die Lebensphilosophie des Meckerns und Unangepasstseins ganz vortrefflich. Wenn dieser Dreier stänkert, macht das einfach Spaß und so darf man sich nicht nur auf abwechslungsreiche Sounds auf Vinyl, CD und digitalem Wege freuen, nein, für die Hardcore-Fans gibt es auch noch eine limitierte Box mit diversen Devotionalien, wozu u.a. auch ein GSGF Fanzine im analogen Style zählt.

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