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GROUND-ZEROO - One Two

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Artist GROUND-ZEROO
Title One Two
Homepage GROUND-ZEROO
Label EIGENPRODUKTION
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„Wir spielen wie Picasso malt – wir lassen jeden Ballast weg“ – so beschreiben GROUND-ZEROO ihre Art zu musizieren. Ein mutiger Vergleich, den das Quartett aus Stuttgart da zwischen sich und einem der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts anstellt. Immerhin ist die hier vorliegende Platte erst der zweite Output der Formation, während der legendäre Pinselschwinger auf ein Lebenswerk von über 15.000 Objekten wie Gemälde oder Skulpturen zurückblicken kann. Aber auch er fing einmal klein an.

Wollen wir also mal hören, wie er sich anhört, der von Picasso beeinflusste Metal. „Mirror Image“ heißt das erste Stück und beginnt direkt schwer groovend mit kräftigem Bass und eingängigem Riff. Gesanglich begrüßt wir man von leicht Nu Metalischen Shouts, die in kräftiges Shouting und später noch Clean-Gesang übergehen. Geht gut nach vorne das ganze und bleibt nicht zuletzt durch den Chorus im Ohr. Dem Opener folgt „Low“. Auch dieser Titel zieht von Beginn an gut vom Leder, wieder sehr eingängig und auch ansonsten ähnlich strukturiert. Bereits jetzt lässt sich sagen, dass man in Punkto „Ballast weglassen“ auf jeden Fall recht behält. Der Titelsong in der Mitte des 6-Track-Releases weist dann auf das wichtige Thema hin, dass alle zwei Sekunden ein Kind verhungert. Eine Botschaft, die in leichtem Grunge-Gewand daherkommt. Der Abgehpart am Ende kommt ganz nett, etwas unglücklich dagegen der Stimmeinsatz von Sänger Stephan an besagter Stelle. Man merkt ihm schon hin und wieder an, dass ihm seine Stimme etwas entgleitet, generell macht er aber einen guten Job und variiert sehr gut zwischen Gesang und Shouts, Melancholie und Wut. So auch bei den folgenden „Zombienation“ und „Black“, mal etwas schleppender, dann wieder rockiger – insgesamt aber ähnlich den vorangegangenen Kompositionen. Das abschließende „In Memory Of…“ startet dann bedächtiger mit Regen und Gewitter, begleitet von Gitarre, bis Bass und Drums einsetzen. Stephen singt ruhig und tief, steigert sich dann aber langsam in Rage, was dann gegen Mitte in einem kleinen Ausbruch ausartet, dann aber wieder abebbt und so das Album nach 24 Minuten sanft ausklingen lässt.

Eine gute, wenn auch nicht sonderlich innovative oder spektakuläre Mischung aus modernem, gerne mal härterem Metal und Grunge, den GROUND-ZEROO da abliefern. Die Songs sind sehr einfach gestrickt: Eingängiges Riffing und leider teilweise etwas eintöniges Drumming, was technisch jetzt nicht wirklich beeindruckt – dafür aber durch einen hohen Anteil Groove zumindest für die erste Zeit gut und gerne im Ohr bleibt. Man behält also mit der Einschätzung, anfangs erwähnten Ballast wegzulassen, recht. Was das angeht, ist der Vergleich mit Picasso also weitestgehend gerechtfertigt. Bei allem, was darüber hinaus geht, wird es allerdings schwierig. Die Kompositionen sind an sich wirklich nett, doch hätten die Stuttgarter gerne auch bei der eher geringeren Zahl an Stücken ruhig facettenreicher zeigen können. Bei einem Regenbogen gefällt einem ja auch, dass auf so kleinem Raum ein so hohes Maß an Farben zu finden ist. Wäre er beispielsweise ausschließlich rot gefärbt, welches lediglich an den Rändern hell bzw. dunkel auslaufen würde, hätte nur jemand Spaß daran, der auch Freund dieser Signalfarbe ist. Die Metapher mit den Farben bezieht sich natürlich auch wieder auf Picasso, von dem ich jetzt nicht weiß, ob er musikalisch war – es ist jedenfalls gut, dass er sich der Maler- und Bildhauerei gewidmet hat. Ebenso weiß ich nicht, wie gut GROUND-ZEROO malen können, aber ich weiß, dass sie auf musikalischem Wege mit „One Two“ ein durchaus unterhaltsames Werk gestaltet haben. Nicht gerade ein Meisterwerk, aber was nicht ist, kann ja noch werden – ein Schritt in die richtige Richtung ist es schon mal. Und Musik ist ja schließlich auch Kunst.

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