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GRUNDHASS - Ganz OK

VN:F [1.9.22_1171]
Artist GRUNDHASS
Title Ganz OK
Homepage GRUNDHASS
Label DACKELTON RECORDS
Leserbewertung
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Rund eineinhalb Jahre sind seit dem GRUNDHASS-Debüt „Wenig los“ vergangen, für Mastermind Steffen Neumeister genügend Zeit, um den zweiten Silberling „Ganz OK“ ins Rennen zu schicken. ‚Punkrockliedermacher‘ nennt sich der Typ aus dem Sauerland, der mittlerweile in Berlin heimisch ist. GRUNDHASS, das klingt ziemlich martialisch, viel netter ist da Steffens Spitzname ‚Grundi‘ und das trifft auch auf den Power-Pop-Punk des Herrn zu, der live von Tonic am Schlagzeug begleitet wird.

Auf der Platte gab es weitere Hilfestellungen. So sorgte Ole Fries (PICTURES) nicht nur für eine bandmäßig-druckvolle Produktion, sondern spielte bei Bedarf auch Bass, Gitarre und Maultrommel. Prominent besetzt startet gleich der eingängige Opener „Tag am See“ mit Gastsänger Sebastian Madsen, ehe das knackige „Das Leben der Anderen“ Kopf und Bein in Bewegung setzt. Selbiges gilt für die Vorabsingle „Fünf minus Vier“ und das straighte „Unter dem Dreck“, dem die Plattenbauten des Covers gewidmet sein könnten. „Unter dem Meer“ beginnt als gutgelauntes Lied über einen schönen Sommertag am Strand, entpuppt sich dann jedoch als mahnende Erinnerung an die zahlreichen Geflüchteten, die auf dem Weg in ein sicheres Leben auf dem Meer sterben. „Ihr nehmt mir mein Leben nicht weg“ konstatiert Neumeister wenig später mit viel Drive und wendet sich damit an all die Hater und Verschwörungstheoretiker, die eine ‚Diktatur der Dummen‘ aufbauen. Für das Gitarren-Solo zeichnet übrigens Yonas Fang von MONTREAL (bei denen Steffen als Techniker unterwegs ist) verantwortlich. Auch einen Gourmettipp haben GRUNDHASS im Repertoire. Zu finden in „Dortmund“, konkret am Hauptbahnhof und in Form von Waffeln am Stiel. In diesem Zusammenhang könnte es allerdings sein, dass Steffen nicht auf der Höhe der Zeit ist, denn der mutmaßlich besungene Waffeldealer musste nach mehr als 20 Jahren im Zuge des Bahnhof-Umbaus im Sommer 2020 schließen. Mit „Tocotronic hatten immer Recht“ rechnen GRUNDHASS mit der Lethargie der Berufspolitiker ab und „Die Ballade vom orangenen Lieferdienst“ erzählt (frei erfunden natürlich) vom Lieferando-Callcenter-Knecht, der sich die Arbeit mit einem genialen Computerprogramm erleichtert. Eine angenehm schrammelige Gitarrennummer mit jeder Menge Wortwitz! Dann kommt die „Realität“ mit viel Wumms und beim „Messerkampf im Penny-Markt“ machen GRUNDHASS mit blitzschnellem HC-Punk ihrem Namen doch noch alle Ehre. Und dann sind die Jungs „Endlich angekommen“ und auch die Zuhörer und Zuhörerinnen sollten hier bestens mitgrölen und -tanzen können.

Steffen Neumeister aka GRUNDHASS hat mit seinem zweiten Streich „Ganz OK“ nicht nur ein Album abgeliefert, das man sich wohl mal anhören kann, sondern eine Platte gemacht, die abwechslungsreich und mit einem Augenzwinkern von den Tücken und schönen Momenten des Lebens erzählt. Musikalisch im massenkompatiblen Indie-Kosmos verortet, sollte sich die Fanbase in den kommenden Monaten und spätestens nach der nächsten Festivalsaison deutlich vergrößert haben.

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