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GRUNDHASS - Wenig los

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Artist GRUNDHASS
Title Wenig los
Homepage GRUNDHASS
Label DACKELTON RECORDS
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Bei einer Band namens GRUNDHASS erwartet man eher Deutschpunk, der mit zwei oder drei Akkorden und stumpfen Parolen auskommt oder noch schlimmer irgendeinem rechten Schwachsinn, aber wohl eher nicht einen Typen wie Steffen Neumeister, der sich offensichtlich den Kleiderschrank mit Jürgen von der Lippe teilt. Zumindest trägt er auf der Bühne gern ähnlich bunte Hemden wie der Entertainer und Komiker. Aufgewachsen im Sauerland, hat es Steffen aka GRUNDHASS nach Berlin verschlagen und mit seinem Erstling „Wenig los“ verarbeitet der Mann seine provinzielle Kindheit und Jugend und den danach einsetzenden Großstadt-Overkill zu melodischen Hymnen mit teils absurden Texten.

Dabei steht GRUNDHASS bereits seit 2013 auf der Bühne und spielte seitdem über 100 Konzerte im gesamten deutschsprachigen Raum. Kleine Kneipen, Festivalbühnen und Support-Slots für MONTREAL, FRANK TURNER, THE BABOON SHOW und DIE ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN waren dabei. „Wenig los“ heißt das Langspiel-Debüt und es beginnt mit der Aufforderung „Diggi gib Kohle“, ehe die „Dorfpunks“ ihren schrammeligen Erinnerungssong bekommen und die Akustikgitarre das mitreißende „Zusammen kaputt“ begleitet. Die „Königin vom Kotti“ übernimmt mit treibenden Melodien, während „Radiohead im AJZ“ wohl nicht so gut ankämen. Wer in Gegenden wie dem Sauerland groß geworden ist, kennt zweifellos auch so etwas wie das „Schützenfest der Ahnungslosen“ und „Für Dich“ ist zweifellos ein (Anti-)Liebeslied mit viel Drive, während „Neugeboren“ mit blitzschnellen Hooks übernimmt und die „Jauchegrube“ weniger mit der im ländlichen Raum verbreiteten Fäkalienaufbewahrung zutun hat, sondern einem TV-Moderator ähnlichen Namens verehrt ist. „Andersrum“ lässt es noch einmal krachen, ehe das augenzwinkernde „Flixbus“ die grünen Low-Budget-Fortbewegungsmittel in den Fokus rückt.

GRUNDHASS singt auf „Wenig los“ von der ungerechten Verteilung von Wohlstand im einen und unangenehmen Reisen im Flixbus im anderen Song. Es geht um toxische Beziehungen und die eigene Dummheit. Es gibt ernste Momente, die aber sogleich wieder von einem grotesken Thema abgelöst werden. Der Sound ist eingängig und melodiös: Punkrock trifft auf Pop und Folk, bretternde Gitarren auf Akustiksongs. Macht in Gänze ein unterhaltsames Album mit viel Abwechslung und einer Reihe von Ohrwurm-Anwärtern.

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