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GUITAR WOLF - Spacebattleshiplove

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Artist GUITAR WOLF
Title Spacebattleshiplove
Homepage GUITAR WOLF
Label KI/OON RECORDS
Leserbewertung
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4.0/10 (1 Bewertungen)

Ich gebe zu, ich habe nie verstanden, was an dem Sound einer wellblechernen Garage besonders cool sein soll. Mag ja sein, dass durch diesen eine gewisse rotzige Attitüde zum Ausdruck gebracht werden kann, ob eine solche jedoch im guten alten Blues etwas zu suchen hat, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Genau diesen jedoch zelebrieren GUITAR WOLF auf dem Opener ihres neuen Albums „Spacebattleshiplove“ eher nicht besonders gekonnt, besagten Garagensound inklusive.

Glücklicherweise besinnen sich die lederbehosten Japaner gleich beim zweiten Song „Doberman Night“ auf ihre Stärken und verlegen sich auf – nicht minder rotzigen – punkigen Rock n’ Roll und retten sich damit vor einem kompletten Verriss. Da macht dann die Garage auch gleich viel mehr Sinn, weil nun plötzlich ein mindestens 200 PS starker V8-Bolide darin zu stehen scheint, auf dessen Dach die drei Herren sich in die üblichen Posen werfen. Dass dieser lärmende Motor in einer fernöstlichen Karosserie steckt, fällt im ersten Moment nicht weiter auf, sondern erweist sich lediglich bei näherem Hinhören als ungewohnt. Das Kauderwelsch aus schlechtem Englisch und Japanisch wird jedoch mit zunehmender Spieldauer des Albums leicht enervierend. Ansonsten gibt es zu „Spacebattleshiplove“ leider nicht viel Spektakuläres zu vermelden. Es gibt betont dreckigen Rock n’ Roll mit Street-Punk-Appeal auf die Ohren, was ja prinzipiell nichts Schlechtes ist. Jedoch wird dieser zum Beispiel von ihren Landsleuten ELECTRIC EEL SHOCK um ein Vielfaches spannender dargeboten. Bei GUITAR WOLF gehen die durchaus vorhandenen Ansätze gelungener Melodien in der Schieflage des Gesangs unter. Die zum Teil ansprechend rockenden Gitarrenriffs tun es ihnen im Sumpf des übersteuerten und blechernen Sounds gleich. Nun mag man den Wölfen bescheinigen, dass all die aufgezählten Kritikpunkte bis zu einem gewissen Grad explizit gewollt und bewusst herbeigeführt sind. Das ist ja auch durchaus legitim und für eingefleischte Garage Rock-Fans auch bestimmt genau das Richtige. Einen Mangel an roher Energie kann man den Jungs auch nicht vorwerfen, und der latente Duft von Benzin, Schweiß und Bier, der beim Hören aus den Boxen dringt, ist auch nicht unbedingt unattraktiv.

Soweit also eigentlich alles OK. Bleibt die Tatsache, dass es auf „Spacebattleshiplove“ bei objektiver Betrachtungsweise absolut nichts zu hören gibt, was man nicht an anderer Stelle schon des öfteren in wesentlich höherer Qualität bewundern durfte. Schade eigentlich.

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