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H-BLOCKX - Open letter to a friend

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Artist H-BLOCKX
Title Open letter to a friend
Homepage H-BLOCKX
Label X-CELL RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.3/10 (4 Bewertungen)

“Rock´n´Roll is a state of mind” schreit H-BLOCKX Sänger Henning Wehland im Song „I don´t want you to like me“ aus voller Überzeugung heraus und es hat den Anschein, als ob dies bei den Blockheads mehr denn je der Fall ist. Dazu gehört insbesondere auch, dass sie ihr Ding allein nach eigenem Gusto durchziehen und sich im Vorfeld des neuen Albums nicht haben reinreden lassen oder Kompromisse eingegangen sind. Da das Label jedoch in einigen Punkten unzufrieden war, kam es zunächst zu Diskussionen, die schließlich in dem sicher allseits bekannten Deal zwischen Band und Plattenfirma mündeten, dass die H-BLOCKX auch finanzielle Verantwortung selbst übernehmen, wenn nicht das Video zur Vorab-Single „Countdown to insanity“ mindestens 100.000 Clicks im Internet hat oder die Single die Top 10 der Charts erreicht.

Nun, diese Wette haben die Jungs via YouTube noch vor Veröffentlichung der Single locker gewonnen und dürften daher bei bester Laune sein. Ohnehin dürfte die Stimmung im Lager der H-BLOCKX blendend sein, nachdem „Open letter to a friend“ ja genau so in den Läden stehen wird, wie man sich die neu erkämpfte Selbstverwirklichung vorstellt. Das bedeutet 100 % H-BLOCKX Input, gleichwohl aber auch eine eigens verabreichte Frischzellenkur, die weniger am erst vor kurzem in die Band zurückgekehrten Gudze oder gekünstelten Wie-sollen-die-H-BLX-zukünftig-klingen?-Überlegungen als vielmehr an besagter Wir-folgen-nur-unserem-Gefühl-und-machen-das-was-UNS-gefällt Attitüde liegen dürfte. Nach außen hin bringt das nach „No excuses“ zwar keineswegs einen völligen Stilbruch mit sich, dennoch zumindest einige für die Münsteraner ungewohnt mainstreamige Klänge. Bestes Beispiel hierfür ist „Countdown to insanity“, das sehr beschwingt rüberkommt und, auch wenn man von Abzählspielchen halten kann, was man will, sich absolut als Ohrwurm festsetzt.

Ein Händchen für griffige Melodien war im H-BLOCKX Sound schon immer zu erkennen, von den Crossover-Zeiten müssen sich die Fans aber – wenn nicht ohnehin längst geschehen – spätestens mit „Open letter…“ endgültig verabschieden. Stattdessen gibt es eingängige, kompakte Rocksongs auf die Ohren, die etwa bei „Here I go again“ und „Yesterday“ mal leicht punkrockig angehaucht sind (ähnlich wie seinerzeit „Time of my life“) oder wo an anderer Stelle („I don´t want you to like me“) aus einem simplen 70-ies Hardrock-Riff ein moderner Rocker gebastelt wird. Überhaupt sind es gerade diese drei Stücke plus die Single, die in der ersten Albumhälfte mit ihrem Drive eine fast schon enthusiastische Grundstimmung verbreiten, bevor mit „Leaving“ erstmals nachdenklichere Töne angestimmt werden.

Bei dieser ein wenig in der Tradition von „Take me home“ stehenden und ersten von insgesamt drei emotionalen Balladen erklingt ebenso wie im späteren „…and I wonder“ zusätzlich die warme Stimme von Wehland-Intimus Jan Löchel (u.a. ATB, LES SAUVIGNONS), der ähnlich wie auch schon beim Vorgänger in den gesamten Entstehungsprozess von „Open letter to a friend“, also sowohl in Bezug auf das Songwriting als auch produktionstechnisch, aktiv eingebunden war. Weiterhin befinden sich mit dem Singlebonus „Selfconversation“ sowie „Ordinary man“ auch zwei ansatzweise experimentellere Lieder auf der CD, in denen man sich solcher Stilmittel wie Operngesang oder einigen Samples bzw. Elektronika bedient. Der abschließende Titeltrack entpuppt sich hingegen unter Piano-Einsatz noch einmal als melancholisch-gefühlvolle Rockballade, welche die 12 Kompositionen auf gelungene Weise abrundet.

Wenn man das Album abschließend beurteilt, muss man sich ernsthaft fragen, was die Plattenfirma denn daran qualitativ auszusetzen gehabt haben will und könnte fast auf die Idee kommen, dass es sich bei der ganzen “Kontroverse” samt anschließender Wette nur um eine clever eingefädelte Promotion-Strategie der anderen Art handelt. Wie dem auch sei, mir gefällt’s und ich attestiere eine reife Leistung einer beinahe (ein Jahr fehlt noch) volljährigen Band, der sämtliche Meinungen vermutlich sowieso am Allerwertesten vorbeigehen…

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