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H.E.R.R. - The Winter of Constantinople

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Artist H.E.R.R.
Title The Winter of Constantinople
Homepage H.E.R.R.
Label COLD SPRING RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Mit „The Winter of Constantinople“ legen die Niederländer H.E.R.R. („Holy Empire Rome Reborn“) ein Konzeptalbum über die Belagerung von eben Konstantinopel im Jahre 1453 vor, wobei es sich hier nicht um neues Material handelt. So erschien diese VÖ bereits extrem limitiert bei Cynfeirdd bzw. Eye for an Eye, wird aber nun dankenswerter Weise via Cold Spring einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Musikalisch sicherlich ein Gewinn, wie noch auszuführen ist, ideologisch bewegenen sich unsere westlichen Nachbarn immer am Rande des Erträglichen. Der Ruhm des „alten Europa“ wird hier thematisiert und speziell die heroische Schlacht der Byzantiner gegen die Osmanen, welche am Ende – 8 mal an Heeresstärke militärisch überlegen – triumphierten und aus Konstantinopel das heute bekannte Istanbul machten. Man braucht kein Prophet zu sein, um die Haltung der „herrischen“ Musiker hinsichtlich einer Osterweiterung der EU vorherzusagen…

Musikalisch hält man sich vor allem in der Neoklassik auf, mit einigen Military Einsprengseln, vor allem, was die Atmosphäre betrifft. Wunderschöne Pianomelodien zeugen von hoher musikalischer Klasse, so wird beispielsweise mit „Requiem“ ein Beethoven-Stück sehr gelungen adaptiert. Der Titel kam mir übrigens bekannt vor, und richtig: Zusammen mit 2 weiteren Kompositionen befand er sich auch auf der „Sturmgewitter ziehen durchs Land“-4-Way-Split auf Carpe Noctem. Bei H.E.R.R. spielt wie gesagt auch die Ideologie eine große Rolle, so dass sie auf die Texte besondere Aufmerksamkeit legen. Diese werden wahlweise in englischer, niederländischer oder auch deutscher Sprache verfasst, wobei „Frühlings erwachen“ qualitativ und semantisch nicht gerade überzeugen kann. Viel schöner ist da das abschließende „Arise“ gelungen, wo man mit dem sakralen Sprechgesang ein wenig an ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO erinnert. Aus der Reihe fällt auch „Hagia Sophia“, ein relativ harscher heroischer Track, der leichte orientalische Einflüsse besitzt und somit anscheinend die „andere“ Seite der Belagerung beleuchtet.

Starke Musiker mit verqueren Gedanken, so könnte man die Formation charakterisieren, die neutral betrachtet ein Album voller Stärke, Pathos und Kraft erschaffen hat. Etwas für den Genuss bei Kerzenschein (drinnen) und Schneegestöber (draußen), ohne dabei bitte auf dumme Gedanken zu kommen…

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