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H.E.R.R. - XII Caesars

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Artist H.E.R.R.
Title XII Caesars
Homepage H.E.R.R.
Label COLD SPRING RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Etwa zwei Jahre war nun Ruhe um das holländische Projekt H.E.R.R. (die Abkürzung steht für Heiliges Europa! Römisches Reich). Nach einem Ausflug in sein Neofolk-Nebenprojekt SEELENLICHT im vergangenen Jahr widmen sich Mastermind Michiel M. Spapé, Frontmann Troy Southgate und Co. nun wieder der neoklassischen Vertonung historischer Inhalte. Herausgekommen ist dabei das Album „XII Caesars“. Aufgrund einiger Verzögerungen im Presswerk etwas später als geplant aber mit nicht weniger Wucht.

Wie der Titel schon erahnen lässt, geht es dabei um nicht weniger als zwölf Herrscher des Römischen Reiches. Inspiriert wurde das Werk durch die acht Bände umfassenden Kaiserbiographien „De vita Ceasarum“ des römischen Schriftstellers und Verwaltungsbeamten Gaius Suetonius Tranquillus. Dieser schildert in seiner umfassenden Schrift die Lebensbilder von zwölf Kaisern des Römischen Reiches, angefangen bei Gaius Julius Caesar, über Claudius und Nero, bis hin zu Domitian. Die vertonten Texte haben jedoch Southgate und Miklós Hoffer selber geschrieben. Die durchaus lehrreichen Geschichten über Drama, Gerechtigkeit, aber auch Habgier, Entsetzlichkeiten, Geschwistermord, Überfluss und ein unermessliches Streben nach Macht werden in eine perfekt inszenierte, neoklassische Musik eingebettet. Da stellt sich die Frage, was ist eigentlich noch der Unterschied zur „richtigen“ Klassik? Abgesehen von der Entstehungszeit doch maximal die Tatsache, dass mitunter einige Orchester-Bestandteile digital eingespielt wurden. Mit „XII Caesars“ gehen H.E.R.R. konsequent ihre eingeschlagene Richtung weg vom orchestralen hin zu reiner klassischen Musik – mit Violine, Trompete, Harfe, Cello und zahlreichen anderen Instrumenten. Martialische Trommeln wird man hier vergebens suchen, sie weichen dezentem Orchesterschlagwerk, das aber gelegentlich dann doch des Trommelfreundes Herz erhellt. Neu, beziehungsweise wieder neu ist, dass Southgate die Texte nicht spricht, sondern richtig singt. Unterstützt wird er dabei nun noch von Bandkollegen Miklós Hoffer, so dass auch dort für Abwechslung gesorgt ist.

Man kann es nicht anders sagen, aber was die Holländer hier via Cold Spring vorlegen, ist ein kleines Meisterwerk der Neoklassik. Bei den 13 Stücken diesem Album stimmt einfach alles, Gesang, Komposition, Instrumentierung, Texte. Da hätten wahrscheinlich sogar die Kaiser höchstpersönlich ihre Freude daran gehabt… na ja vielleicht abgesehen von den Enthüllungs-Geschichten über ihre Untriebe…

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