Band Filter

HAGGARD - Tales of Ithiria

VN:F [1.9.22_1171]
Artist HAGGARD
Title Tales of Ithiria
Homepage HAGGARD
Label DRAKKAR/ SONYBMG
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.2/10 (13 Bewertungen)

Wenn man den Bandnamen HAGGARD hört, denkt man wohl an historisch orientierte Konzeptalben (Nostradamus, Galileo Galilei), klassische Arrangements und variablen Gesang, wie er von kaum einer anderen Formation präsentiert wird. Zwei dieser drei Dinge werden sich wohl auch nie ändern: Opulenter klassischer Sound und die fassettenreichen Vocals gehören ganz einfach zur Band und werden wohl auch immer dazu gehören. Aber nun, mit „Tales Of Ithiria“ verlassen HAGGARD das Spielfeld der Geschichte und widmen sich einem Thema, das zwar so alt wie die Geschichte selbst ist, jedoch vom Konzept her alleinig der Feder Asis’ Nasseris entsprang. Das Kammerorchester befasst sich dieses Mal mit dem ewigen Kampf von Gut und Böse – und wer HAGGARD kennt, weiß, dass das, was die Band/ das Orchester anpackt, auch bis zur ihrem eigenen Verständnis von Perfektion durchgezogen wird. So ist es nicht verwunderlich, dass die geduldige Fanschar 4 lange (viel zu lange) Jahre warten musste. Aber was lange währt, wird gut – und diesen Satz kann man bei „Thales Of Ithiria“ ganz dick unterstreichen!

Denn gerade das allein den Gedanken Nasseris entsprungene Konzept rund um das Reich Ithiria macht neugierig und wird auch nach dem x-ten Mal hören nicht langweilig. Und das sage ich mit Fug und Recht, da ich diese CD alleine an den ersten beiden Tagen gleich 4 Mal rotieren ließ…! Inhaltlich möchte ich jedoch nicht zu viel verraten. Nur eines – Gänsehaut ist garantiert. Die gewissen Textzeilen, die es einem heiß und kalt den Rücken herunterlaufen lassen, sind hier genauso vertreten wie bei den Vorgängerscheiben. Das lyrische Konzept überzeugt auf ganzer Linie und wird vor allem durch den eigentlich so typischen (und das meine ich positiv) Vortrag am Mikro dramatisch präsentiert. Tiefe Growls, sauberer Gesang und natürlich die opernreife Darbietung der weiblichen Sängerin harmonieren perfekt miteinander. Hinzu kommt noch ein kleines Detail – einige Textzeilen werden von Mike Terrana erzählt, der diesen mit seiner sonoren Stimme vielerlei Emotionen verleiht. So werden die Charaktere dieses Hörspiels zum Leben erweckt und führen vor dem inneren Auge einen großen Kampf auf. Das Bild wird durch ein noch dynamischeres Orchester ergänzt. Die Unterschiede zwischen den Metal-Elementen und der Klassik sind noch üppiger und größer ausgefallen. Die Gitarren sind hart wie noch nie, kleine Soli lockern das Bild auf und unterstützen das Geschehen in Ithiria. Der Orchesterpart präsentiert sich dementsprechend auch dynamischer und opulenter. Auch fällt auf, dass die Klassik den Ton angibt und die Melodie bestimmt, während die Metalfraktion mehr oder weniger die Begleitung übernimmt – also nicht Metal mit Klassik sondern eher Klassik mit Metal – typisch HAGGARD kann man da eigentlich nur sagen. Übrigens, nachdem auf EPPUR SI MOUVE schon die altschwedische Ballade „Herr Mannelig“ in ein tolles Gewand gebracht wurde, ist hier das Iberische „Hijo De La Luna“ überzeugend und kraftvoll vertreten. Was natürlich neben all dem lyrischen und instrumentalen Inhalt auch stimmen muss, ist der Klang. Auch hier zeigt sich HAGGARD von ihrer besten Seite. Die Stimmen klingen klar und verständlich wie eh und je, die Klassik dynamisch und dramatisch wie noch nie und die Gitarren präsent und sauber aber wie auch bei den Vorgängeralben fast ein wenig zu zaghaft.

Was soll ich nun final noch sagen? Diese CD gehört einfach in ein jedes Regal der Fans dieser Truppe. „Thales of Ithira“ beweißt eindrucksvoll, wie feinfühlig und kraftvoll, wie zart und brachial eine Mischung aus Klassik und Metal sein kann! Für meinen Geschmack ist diese Veröffentlichung ein neuer Meilenstein in der Historie von HAGGARDs Musik.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

HAGGARD - Weitere Rezensionen

Mehr zu HAGGARD