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HAK - Wachät Uf

VN:F [1.9.22_1171]
Artist HAK
Title Wachät Uf
Homepage HAK
Label KUNZ SOUNDCORP.
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
6.4/10 (5 Bewertungen)

Obwohl die anglistische Songtext-Invasion bereits weite Teile der Welt erfolgreich versklavt hat, zeigen sich einige Vertreter gänzlich unberührt von solch modernen Spielereien und texten weiterhin fröhlich in ihrer Muttersprache. Zum Glück, kann man da nur sagen. Wäre ja auch zu schade, wenn HAK die Schweizer Metalkultur nicht mit dem restlichen Erdenvolk teilen könnten. Der berndeutsche Fünfer um Shouter, Bandleader und Namensgeber HAK provoziert mit dem zweiten Streich „Wachät Uf“ wieder gekonnt die peniblen hochdeutschen Gemüter.

Doch werfe ich nicht ganz ohne Skepsis ein erstes Ohr auf die akzentreichen Texte. Diese lassen anfangs gar nicht mal so offensichtlich auf die Herkunft schließen, kaschiert der Shouter die ganzen Äs und Ös doch geschickt mit seinem Hardcore-Organ, so dass ich an mancher Stelle raten muss, ob nicht doch noch andere Sprachen die Finger im Spiel haben. In dem ganzen Wirrwarr weiß aber auch der unwissende Deutsche spätestens bei Schlagwörtern wie „Freiheit“ und „Wahrheit“, womit man sich hier lyrisch auseinandersetzt. Eingebettet in dem ebenso unverblümten Sound der HAKker klingt das ganze noch eine Ecke direkter: die eigenwillige Bezeichnung „Mundartmetal“ steht eigentlich für einen Mix aus Hardcore und modernem Metal mit legeren Hip-Hop-Lines. Das volle Programm wird rauf und runter, von vorne nach hinten geliefert, aber mit was für einem Elan! Der erste Höhepunkt kommt gleich beim Einstieg: der Titeltrack knallt einem den schweizer Knüppel nur so vor den Latz, dass die anfängliche Belustigung schlagartig in der Kehle steckenbleibt. So wird’s gemacht! Wer eher auf gepflegten HipHop und Crossover steht, sollte mal bei „Revolution“ reinhören: fette NuMetal-Gitarren treffen auf das Wechselspiel Shouts/ Rapgesang. Klare Vocals bei „Land Mau“ entlocken erst ein kleines Schmunzeln, „Hiä Zum Abga“ lädt mit deftigem Party-Hardcore und debilem Metal-Drumming dafür wieder zum Tanzen und Abgehen. Trotz des durchweg treibenden Materials setzt man nicht auf metallisches Dauerfeuer, sondert wirft via Midtempo-Hardcore und Rap genügend Abwechslung in den Raum. Sanfte Stücke findet man nicht, wären allerdings auch einfach nur fehl am Platze gewesen. Längen und starre Parts („D’suächi Nach Wahrheit“) bleiben dabei trotzdem nicht ganz aus, wirklich langweilig wird es aber kaum.

„Wachät Uf“ ist keine musikalische Neuerfindung, dafür ein in vielen Belangen überzeugendes Album, das zudem mit einem amtlich produzierten Sound (verantwortlich ist neben HAK auch Tek The Machine von DRAVEN) aufwartet, und eine definitive Steigerung zum Vorgänger. Die Texte erscheinen im ersten Moment eigenartig, daran gewöhnt man sich aber recht schnell, zumal man neben spaßigen Lines auch wirklich ernste und authentische Sachen zusammengeschustert hat. Newschool-Freunde sollten definitiv reinhören und am besten zugreifen. Also..„Machät Lärm, kenä macht schlapp!“

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