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HAMMERFALL - Infected

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Artist HAMMERFALL
Title Infected
Homepage HAMMERFALL
Label NUCLEAR BLAST
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.7/10 (10 Bewertungen)

UiUiUiiii, da soll ausgerechnet ich eine meiner erklärten „Lieblingsbands“ bekritteln… wenn das mal gut geht. Ums mal gleich klarzustellen: Die ersten 3 Alben habe ich mir auch voller Überzeugung gekauft seinerzeit und das 97er-Teil halte ich immer noch für eins der stärksten Debutalben aller Zeiten. Da war die Band auch noch frisch und hungrig, eben unverbraucht. Danach manövrierte man sich allerdings selber in eine Sackgasse, die in Metal-Plattheiten, schlimmen Outfits, miesen Flachsongs und somit musikalischer Irrelevanz endete. Was dem Erfolg der Kapelle keinen Abbruch tat, aber für hohe Verkaufszahlen braucht man ja heutzutage keine Substanz im Songwriting mehr, das wissen wir ja alle… wieso sollte sonst ausgerechnet eins der miesesten IRON MAIDEN-Alben („The Final Frontier“) eins der erfolgreichsten sein??? Eben, weiß keine Sau!

Anscheinend hat man das im HAMMERFALL-Camp endlich mal gecheckt und bevor die Band abnippelt, die Reißleine gezogen und in den 2 Jahren seit dem letzten Album mal einiges geändert. Bei dem achten Studiowerk gibt es einen neuen Produzenten, ein neues Konzept und einhergehend mit dem ungewohnt düsteren Cover auch einen neuen Bandsound. Nach dem Counting-Intro startet „Patient Zero“ schwermütig und düster riffend hart, wie man es bei den Schweden so noch nie gehört hat! Ja was ist da denn los? Die wollen doch wohl nicht nach 5 schlapperen bis schwachen Scheiben endlich mal wieder was von Belang abliefern, oder? Doch dieser mächtig stampfende BLACK SABBATH-Brocken zu Beginn lehrt den Zweifler eines Besseren! Mächtiges, tiefergelegtes Riff, wuchtiges Drumming, Zeitlupendoom Metal und ein düster singender Joacim Cans, der einem nicht nach 5 Sekunden auf den Zeiger geht! Dazu speedet man zum Ende hin großartig los und lässt uralte Trademarks aus der Bandfrühphase erklingen… Hossa! Beenden tut man diese überraschende Granate wieder im Stampftempo. Da ist man erst mal baff. Traditioneller wird´s dann mit dem speedigen „Bang your Head“, das auch gut auf dem 97er-Debut stehen können. Erneut fallen die fetten Klampfen positiv auf, das Solo ist auch gelungen. Erneut fällt aber auch die platte Texterei auf, Klischeehafter kann man nicht rumsülzen. Macht nix weiter, denn mit dem ohrwurmigen „One More Time“ fährt man das nächste fette Power Metal-Riff auf, der Track dürfte mit seiner leichten Epik und dem Midtempo eine amtliche Single abgeben. Schön auch das Piano-Break mit den Chören. Nicht zu fassen, das man sich HAMMERFALL glatt mehrmals hintereinander anhören kann, ohne das einem die Sülze aus den Ohren läuft… sprich, die Tracks sind tatsächlich gut! Das sind sie in der Tat, denn auch das knackige „The Outlaw“ mit seinem HELLOWEEN-Hang geht als gelungen durch. Der Gesang ist in Ordnung, die Soli nerven nicht – im Gegenteil!, und die harte, düstere Grundausrichtung der Songs ist ebenso mutig wie gelungen. OK, mit der Ballade „Send Me a Sign“ senkt man das Level wieder enorm ab, macht das Ganze aber mit dem schnellen Riffer „Dia De Los Muertos“ gleich wieder wett. Melodic Heavy Metal, wie ihn die Jungs vor fast 15 Jahren wieder Salonfähig gemacht haben.

ACCEPT, HELLOWEEN und etliche weitere deutsche FrühMetal-Kapellen hört man natürlich nach wie vor raus. „I Refuse“ mit seinem stampfenden Riff hört sich an wie eine Coverversion von BLACK SABBATH, wenn man noch den „alten“ Sound der Schweden in Erinnerung hat. Das ist schon eine schwerwiegende Neuerung, die aber auch dringend notwendig war! Mit „Infected“ befreit man sich locker von den zu engen Genre-Fesseln, die man ja quasi selber mitgeschnürt hat bisher. Man macht jetzt natürlich nicht völlig neue Mucke, aber das klingt schon anders als auf den bisherigen Alben. „666-The Enemy Within“ setzt sich sofort im Ohr fest, der treibende Uptempo-Mittelpart ist zwar simpel, aber effektiv und mit einem prägnanten Riff versehen. „Immortalized“ und „Let´s get it On“ fallen dann etwas arg in alte Fahrwasser zurück, bleiben aber zum Glück die einzigen schwächeren Songs. Denn der über 7 Minuten lange, episch-bombastische Schlußtrack „Redemption“ lässt‘s nochmal richtig krachen, trotz eklig-klebrigem Keyboardthema und eher ruhiger Ausrichtung.

Somit bleibt nur – überraschenderweise – zu resümieren, dass HAMMERFALL den Kopf mit „Infected“ aus der Schlinge ziehen (trotz einiger schwächerer Tracks) und mit diesem düsteren, harten und dennoch melodischen Heavy Metal-Album zu alten Debut-Tugenden zurückgefunden haben! Und damit hätte wohl nun wirklich niemand gerechnet, ich am Allerwenigsten!

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