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HANGOVER - Shit Happens

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Artist HANGOVER
Title Shit Happens
Homepage HANGOVER
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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5.3/10 (3 Bewertungen)

Rock-Metal, mit allen Klischees, die solche Musik nur erfüllen kann. Das sind HANGOVER mit ihrem Album „Shit Happens“. Handmade soll es sein. Die Gitarre soll dröhnen, schmerzen. Als Vorreiter des Undergrounds sehen sich Andre Retzlaff (Bass), Jürgen Ahlers (Lead & Rhythm Guitar), Dirk Knippenborg (Vocals), Karsten Schweering (Drums) und Peter Berkowski (Rhythm & Lead Guitar) und holen dabei die ältesten Vorurteile aus der Klamottenkiste. Allein das Cover mit fünf befrackten Leichen à la „Blues Brothers“, erschossen von fünf langhaarigen Metallern, oder im Booklet alle Bandmitglieder mit Magnum im Maul, zeigt zwar, dass die Musiker mit einer gewissen Form der Selbstironie ans Werk gehen, doch ist diese Aufmachung dabei eher plump! Alles schon mal da gewesen, alles schon bekannt. Es wäre ja nichts dagegen einzuwenden, wenn sie sich mit perfiden Details der von ihnen beschriebenen neuen Szene auseinandersetzen. Doch was hier zu sehen ist, sind uralte Kamellen, schon tausend mal da gewesen, jeder kennt sie, und mit einem Geldschein zündet sich schon meine Oma jeden Tag ihre Kippe an! Gääähn!

In ähnliche Klischees verfällt die Musik dieses Tonträgers. Ich möchte nicht wissen, wie viele Kellerbands schon einen Song namens „Hate“ in ihrem Repertoire hatten. Und genauso klingt der auch! In ihrem beigelegten Flyer loben HANGOVER zwar in höchsten Tönen die Einmaligkeit ihres in Underground-Kreisen entstandenen Werkes. Jedoch unser Keller hatte eine bessere Akustik. Klar verstehe ich, wenn es für viele Bands kaum noch möglich ist, ein vernünftiges Demo zu produzieren. Doch dass es auch anders geht, demonstrieren Tag für Tag viele andere Metal-Starter-Formationen. Trotzdem würde ich mir HANGOVER für jede private Metal Party wünschen. Denn sie gehören zwar eher zur Kreisliga der harten Musik, doch hier klingt aus jedem Song die ungezügelte Spielfreude. Für feine Musikerohren sind immer noch kleine Patzer heraus zu hören. So trifft “Mr. Damage Rhythm” nicht immer jeden Ton, und immer wieder sind kleine Schwankungen im Tempo zu vernehmen. Doch wer Musik als Hobby sieht und nicht als Profession, wird hier geflissentlich drüber hin wegsehen. Ich kann mir vorstellen, dass die Live-Gigs von „HANGOVER“ gut abgehen. „Rape Earth“ und „Erase the day“ laden gut zum bangen ein. Bei „Cocktail“ ist zu spüren, dass sie sich Mühe geben, hier auch mal aus dem Einheitsbrei ihrer Songs ein herausragendes Stück zu kreieren. Doch dafür bedarf es einfach eines größeren handwerklichen Geschicks. Das Ergebnis ist, dass sie hier das Highlight der nicht getroffenen Töne setzen. Positiv herauszuheben ist dabei „Hard Rock Elephant“, hier machen sie genau das, was sie können. Einfach gerade heraus – hier wird Hard Core Metal heruntergeballert. Warum nicht jeden Song in dieser Weise spielen?

Im Handel ist diese CD nicht zu erhalten. Das ist wohl auch besser so. Wer sich das Ding besorgen möchte findet es auf ihrer Homepage. Doch auch hier wie so oft die Empfehlung. Jungs, macht weiter. Schon lange nicht mehr so viel Spielfreude gehört. Lasst euch von einem niveaulosen Schreiberling nicht entmutigen.

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