Band Filter

HASTE - The Mercury Lift

VN:F [1.9.22_1171]
Artist HASTE
Title The Mercury Lift
Homepage HASTE
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.0/10 (1 Bewertungen)

Die Sache mit der Ehrlichkeit: Was mit Core aufhört, muss mit Wahrhaftigkeit beginnen und wer das „Hard“ mangels politischer Ambitionen links (!) liegen ließ, musste seine Musik wenigstens mit dem Argument verteidigen, dass sie von Herzen kam – Emo war geboren. Hört sich irgendwie verkopft an und ist es auch – denn Hardcore ist bekanntermaßen eine der wenigen Musikrichtungen, welche das Lesen von Büchern nicht als Freizeitsbeschäftigung des Bildungsbürgertums begreift, sondern als Vorraussetzung zur Mündigkeit. HASTE wollen in keines der beiden Lager so richtig hineinpassen und signalisieren dies bereits damit, dass sie ihrem neuen Album zwei Cover gegeben haben.

Das Ungreifbare der Natur und die Blässe der Stadt, sie haben beide Einfluss genommen auf „The Mercury Lift“ und die Gegensätze bleiben gleichberechtigt nebeneinander stehen, wie die Gleichzeitigkeit von Titeln wie „The death of Stars like the Sun“ und „Revenge tastes like blood & broken teeth“ beweist. Auch die Musik ist sowohl hermetisch verriegelt und nach allen Seiten offen, von erschreckender Brutalität und berührender Intimität. Die Gitarren ziehen den Hörer an einer Kette um den Hals nach unten, doch die Melodien steigen nach oben: Der Refrain „Evidence of a wasted ink“ ist genauso bejahend wie das fast poppige „Stutter“, doch mit zwei Schlusstiteln, die mehr als alles andere düsterer Metal sind, schlagen die 6 Amerikaner alles wieder zu Brei. An anderer Stelle wird etwas konventioneller gerockt, dann erinnert die Band an SPARTA, doch die immer wieder eingestreuten Tempuswechsel geben ihr auch in diesen Fällen ein eigenes Gesicht.

Vielleicht ist dabei mal wieder etwas herausgekommen, was nirgendwo reinpasst und sich somit der Wahrnehmung einer größeren Gruppe entzieht. HASTE haben nicht ein einziges Mal die Bremse angezogen, als sie vielleicht zu schnell waren, nicht ein einziges Mal leiser gesungen, als sie vielleicht zu laut waren und keine Sekunde über Fragen der Vermarktung nachgedacht. Das macht sie vielleicht zu schlechten Geschäftsleuten. Doch ehrlicher geht es nicht.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu HASTE