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HATHORS - Grief, Roses And Gasoline

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Artist HATHORS
Title Grief, Roses And Gasoline
Homepage HATHORS
Label NOISOLUTION
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Neues gibt es von den HATHORS aus Winterthur zu berichten. Nicht nur, dass Marc Bouffé, seines Zeichens Sänger und Gitarrist der Kapelle, sich neue Kollegen gesucht hat (konkret: Dominique Destraz am Schlagzeug und Marco Naef am Bass), die Herrschaften haben auch eine neue Platte rausgebracht (die da „Grief, Roses And Gasoline“ heißt) und gleich mal ihren Sound runderneuert (weniger Noise, mehr Rock, Punk und Garage). Es gab sogar Überlegungen, den Bandnamen der 2011 gegründeten Combo zu ändern, doch letztlich siegte die Verbundenheit mit der eigenen Geschichte und mit den Fans und die HATHORS bleiben bis auf weiteres die HATHORS.

Und sonst? Ist die Stimme des Bandleaders so prägnant, dass sie definitiv Wiedererkennungswert hat und auch der Sound kratzt wie eh und je, ist jedoch auf ihrem vierten Streich ein wenig straighter geworden.  In diesem Sinne rumpelt der Opener „Where Were You“ gut gelaunt aus den Boxen, bevor das nachfolgende „It Takes Forever“ für bluesrockige Momente sorgt und „Sleepwalker“ zu einem Roadtrip auf dem schnurgeraden Rock-Highway einlädt, den man eher irgendwo in Skandinavien als in der Schweiz vermuten würde. Das grummelnde „Disaster“ geht unmittelbar in Ohr und Bein, um alsbald vom ungestümen „Rock This Town“ abgelöst zu werden. Wenn dieser Orkan vorbeigezogen ist, geht es mit dem temperamentvollen „The Valley“ fast schon poppig zur Sache. Um aber jeden Verdacht zu zerstreuen, die Eidgenossen seien plötzlich so was wie altersmilde geworden, schiebt der Dreier gleich mal das krachende „Give It Away“ hinterher. Aber es ist nicht zu leugnen: 2020 präsentieren sich die HATHORS mit deutlichen Indie-Anleihen, wie auch „The Less You Know (The Better It Feels)“ unterstreicht. Im Grunge ist hingegen das druckvolle „Loose Ends“ verhaftet, während das coole „Revolver“ in Slow Motion durch die Gehörgänge wabert und den Hörer unweigerlich in den Kopfnicker-Modus treibt. Auf der Zielgeraden zeigen sich die Herrschaften mit „Apathy“ noch mal von ihrer neuen, aufgeräumten Seite und entlassen ihre neuen und alten Fans mit einem guten Gefühl.

Okay, es mag den einen oder anderen Anhänger früherer Tage geben, dem der neue HATHORS-Sound zu massenkompatibel ist. Dafür könnten die Schweizer mit „Grief, Roses And Gasoline“ jedoch jede Menge neue Fans gewinnen, denn die Mucke ist weit davon entfernt, gleichförmige 08/15-Radiokost zu sein. Die Jungs sind mit Herzblut bei der Sache, verstehen ihr Handwerk und haben mit ihren elf Tracks wahrlich ein Händchen fürs Songwriting bewiesen.

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