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HAUDEGEN - Lichtblick

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Artist HAUDEGEN
Title Lichtblick
Homepage HAUDEGEN
Label WARNER
Leserbewertung
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6.0/10 (2 Bewertungen)

HAUDEGEN zählen zweifellos zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Bands der letzten Jahre. Das Debüt der beiden Sänger Hagen Stoll und Sven Gillert „Schlicht & Ergreifend“ marschierte 2011 direkt bis auf Position 9 und ein Jahr später ging es für den Nachfolger „En Garde“ war sogar ein Platz 5 in den Album-Charts drin. Es folgten unzählige Live-Shows und eine breite Medienpräsenz – beispielsweise bei „Markus Lanz“ und dem „Perfekten Promi-Dinner“. Passend dazu wurde mit dem McHaudegen ein eigener Burger für McDonald’s kreiert und Hagen hat einen autobiografischen Roman und Spiegel-Bestseller namens „So fühlt sich Leben an“ über seine Jugend in Berlin-Marzahn und seine Vergangenheit als Gangsta-Rapper geschrieben. Während der offiziellen HAUDEGEN-Kreativpause folgte im letzten Jahr noch die Solo-Platte „Talismann“ (#15), während Sven eine eigene Bar eröffnet hat. Jetzt wird aber wieder gemeinsame Sache gemacht und „Lichtblick“ ist das jüngste Ergebnis dieser Zusammenarbeit.

Stoll und Gillert kennen sich seit mehr als 30 Jahren und nach 18 Monaten Funkstille, in denen die beiden unterschiedlichen Interessen nachgegangen sind, steht das Thema Freundschaft bei den beiden klar im Fokus. So heißt der emotionale Opener dann auch „Zusammen sind wir weniger allein“ und dass der Zusammenhalt der beiden tätowierten Schwergewichte „Für immer und ewig“ sein soll, steht ebenfalls außer Frage. Die „Gebrüder Schlimm“ setzen auf knackige Melodien mit einer gehörigen Portion Pathos; sie sind „Freunde in der Not“, auf die man jederzeit zählen und mit denen man auch bestens gemeinsam abrocken kann. „Kleine Tragödien“ werden mit viel Wumms weggefegt und wenn „Schlecht geht es mir gut“ melancholische Töne anschlägt, weiß man, dass ein Haudegen zwar mal am Boden liegen kann, aber auch immer wieder aufsteht.“ Gib mir mein Problem zurück“ setzt sich derweil mitsamt eingängigen Hooks mit unverständlichen „Lösungen“ aus Themenbereichen wie Fremdenhass, Pädophilie und unfertigen Flughäfen auseinander. Eine Hymne an die (religionsübergreifende) Freundschaft ist das rhythmusbetonte „Igor & Nassim“, während „Ich bin einfach“ ein eingängiges Statement dafür ist, sich selbst treu zu bleiben. „Finsternis“ schlägt im Folgenden dunklere Töne an, bevor „Tränen wie deine“ im Highspeed-Modus dazu anregt, auch im Schlechten immer noch was Gutes zu sehen. Währenddessen ist „Unter die Haut“ ein mitgrölfähiges Tattoo-Bekenntnis und „Nackt fotografieren“ eine krachende Liebeserklärung. Der Titel „Ziemlich beste Freunde“ sagt schon alles und zelebriert wird diese Eintracht mit viel Schmackes – eben ganz im HAUDEGEN-Style. Die Bonus-Nummer „Allein gegen Riesen“ macht da ebenso wenig eine Ausnahme wie das finale „Hals & Beinbruch“, auch wenn diese beiden Songs insgesamt etwas getragener sind.

HAUDEGEN nennen ihren Stil „Gossenpoesie“. Sie wollen motivierende Hoffnungsmusik machen und alte Werte wie ehrliche Arbeit, Kameradschaft und Liebe zu neuem Glanz verhelfen. „Lichtblick“ passt hier ohne jede Einschränkung ins Bild und wird zweifellos und völlig berechtigt an die Erfolge der beiden Vorgänger-Alben anknüpfen.

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