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HEAD-LESS - Ship of Agony E.P.

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Artist HEAD-LESS
Title Ship of Agony E.P.
Homepage HEAD-LESS
Label EIGENPRODUKTION
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Eine eigene Version elektronischer Pop-Musik erschaffen, das haben sich HEAD-LESS aus der Lausitz als Ziel gesetzt. Daran arbeiten sie hart seit Gründung der Band in den Neunzigern, doch werden Ihnen immer wieder Steine in den Weg gelegt. So konnte die erste offizielle Debüt-E.P. „Ship of Agony“ nicht veröffentlicht werden, da sich das ursprünglich vorgesehene Label Dark Wings/ Musicflash plötzlich auflöste. Nach etlichen Promos, Demo-CDs und Samplerbeiträgen, Touren als Support von E-CRAFT, BEBORN BETRON, COVENANT aktuell MELOTRON und zweimaliger Teilnahme am Battle-Of-The-Bands-Contest der Szene-Zeitschrift Sonic Seducer, wieder ein Rückschlag für das sympathische Trio. Seit 2001 besteht das Line up aus Matthias Marko (keys, arrang.), Markus Otto (samples) und dem Sänger Rene Hentzschel. Die mir vorliegende „Ship of Agony E.P.“ wurden von Kolja Trelle (SOMAN), in dessen Koltron Studio produziert und strotzt nur so von Tanzflächenknallern, Clubhits und Remixen namhafter, internationaler Acts. Doch dazu ausführlich mehr.

Den Anfang macht die Standardversion des Titelsongs „Ship of Agony“, die sich sofort in die Gehörgänge schleicht und dort festsetzt. Sehr melodiös, absolut tanzbar und eingängig. Bewegung ist garantiert. Die „Extended“ Version setzt noch einen drauf mit satteren Beats, treibendem Sound, klarem und kräftigem Gesang. Mit „Adore“ folgt ein neues Stück, das aber nicht minder ohrwurmträchtig ist. Renes Stimme klingt hier viel dunkler, und der Beat tönt hart und stampfend in Harmonie. Weg von der Harmonie und hin zu mehr Power geht es zum Club Mix des Titeltracks. Diese Version hatte es bereits 2004 in die engere Auswahl der Fachjury des Sonic Seducers geschafft. Für mich die beste Version des Songs, sieht man doch förmlich die volle Tanzfläche vor sich. Etwas gewöhnungsbedürftig dagegen das darauffolgende „Licht im Grau“ mit deutschem Text. Das änderte sich allerdings nach mehrmaligem Hören, denn der Sound ist ebenso voller Power und tanzbar wie der Rest der Scheibe. Ein nächster Ohrenschmaus wartet schon mit dem Remix von „Ship of Agony“, diesmal durch die amerikanischen Futurepop-Helden ASSEMBLAGE 23. Wahnsinn, wie Tom Shear seinen bekannten und typischen Stil in den Tqack transplantiert. Gleiches Kompliment gilt für die schwedischen Synthiepopper COLONY 5, die ebenfalls einen meisterhaften Remix von „Licht im Grau“ fabriziert haben. Der charakteristische und melodische Sound haucht dem Song etwas Verträumtes und Melancholisches ein, was ihm sehr gut steht. Doch keine Zeit für Romantik, denn das Tempo wird sogleich wieder angehoben, mit einem druckvollen, fetten und düsteren Remix der Band ACCESSORY. Mal etwas durchatmen lässt einen das Instrumentalstück „Precursor“. Wie sich „Adore“ mit Darkwave-Elementen anhört, zeigen uns CEPHALGY, und RECTOR SCANNER bilden mit Ihrem EBM angehauchten, finalen Mix von „Ship of Agony“ das Ende der E.P. Nein, Stop es gibt noch einen Hidden-Track und dazu noch einen richtig Guten: „Adore“ eingehüllt in rockigen Gitarrensound. Ein wirklich überraschender Ausklang der 70 minütigen Produktion.

Die hoffentlich bald regulär veröffentlichte E.P. beweist, wie schön und vielfältig Remixe sein können. Den Hörern wird ein Querschnitt der verschiedensten Arten elektronischer Musik durch bekannte Szenegrößen geboten, ohne dass man vergisst, dass der Hauptakteur HEAD-LESS heißt. Wer die Chance hat, die Drei live zu erleben, wird Ihnen sowieso „kopflos“ verfallen.

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