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HEADS. - s/t

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Artist HEADS.
Title s/t
Homepage HEADS.
Label THIS CHARMING MAN
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Bekanntermaßen ist Berlin ein großer kultureller Schmelztiegel, der Leute aus der ganzen Welt anlockt. Manche bleiben nur ein paar Tage als Touri, andere zieht es für längere Zeit an die Spree und der Legende nach wurde der australische Gitarrist und Sänger Ed Fraser direkt vom Rollfeld in einen der zahlreichen hauptstädtischen Proberaum entführt. Verantwortlich für diesen Fall von Kidnapping war Gerüchten zufolge Chris Breuer, seines Zeichens Bassist des Post-Metal-Konglomerat THE OCEAN COLLECTIVE. Schließlich holte man noch den Drummer Peter Voigtmann ins Boot und HEADS. war geboren. NoiseNoir nennt der Dreier seinen musikalischen Style, den es seit Mai als selbstbetitelten Sechs-Tracker zu kaufen gibt.

Der Promo-Waschzettel nennt das Ergebnis „…eine ‚Unholy Alliance’ aus Noiserock, Rotweinstimmungs-90er-Indie (GIRLS VS. BOYS, NICK CAVE oder BLACK HEART PROCESSION, SHELLAC) und modernerem Kram à la YOUNG WIDOW, MY DISCO…” und spricht mich gleich mal quasi persönlich als „Ü40-Alt-Indie“ an. Wobei die Songs ausdrücklich auch einer jüngeren Hörerschaft ans Herz gelegt werden und an dieser Stelle kann ich definitiv uneingeschränkt beipflichten (über die Sache mit dem Rotwein muss ich noch nachdenken)! So richtig gute Laune scheint das Trio allerdings nicht zu haben, zumindest schallt es ziemlich heftig und fast schon depressiv aus den Boxen. Angefangen beim Opener „A Mural Is Worth A Thousand Words“, der schon mal ne deutliche Ansage macht und vom nicht minder düsteren „Chewing On Kittens“ abgelöst wird. Ein wenig vertrackter präsentiert sich das geheimnisvolle „Skrew“, ehe der mächtige „Black River“ schleppend in die Gehörgänge mäandert. Für „Foam“ wurden die Langäxte noch mal ein bisschen tiefer gestimmt und das Tempo gedrosselt, bevor beim finalen „The Voynich Manuscript“ abermals alle Sludge- und Noise-Register gezogen werden.

Weshalb es von den ursprünglich 13 Songs nur sechs auf den Silberling geschafft haben, vermag ich nicht zu sagen. Bei der Qualität des vorliegenden Six-Packs kann ich mir nur schwer vorstellen, dass der Rest Schrott war, aber im Zweifel plädiere ich natürlich für Klasse statt Masse und wer weiß, was es von der Saarland-Hamburg-Australien-Connection HEADS. in der Zukunft noch zu hören gibt. Noise-Rocker jeden Alters sollten auf jeden Fall Augen und Ohren offenhalten!

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