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HEARTSCORE - Many Directions

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Artist HEARTSCORE
Title Many Directions
Homepage HEARTSCORE
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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Als Rezensent wird man ja nicht unbedingt mit CD-Cases oder gar Booklets verwöhnt, da erfreut es umso mehr, wenn die neue Scheibe von Dirk Radloff aka HEARTSCORE gleich im schicken Alu-Case daherkommt. Da kann man sich sicher sein, dass die CD wohlverwahrt ankommt und sie ist zudem stabil genug, um sich damit den Kopf einzuschlagen, wenn man die ersten Gesänge von Herrn Radloff vernimmt. Sämtliche Castingshow-Juroren würden bei Rudloffs wenig klangvollem Gesang wohl die Rote Karte zücken – aber in diesem Falle hätte man den Vogel zu früh abgeschossen.

„Many Directions“ ist ein außergewöhnlich abwechslungsreiches, perfektionistisches Album geworden, welches sein Textwerk von amerikanischen Poeten bezieht. Allen voran vernimmt man auf fünf Tracks Edwin Arlington Robinsons geistige Ergüsse – mein persönlicher Favorit ist jedoch Langston Hughes. Dessen oftmals schwarzhumorige, aber auch düster misanthropische Ergüsse hat Radloff meiner Meinung nach auch musikalisch am gelungensten umgesetzt. Gelungen ist ein Begriff, der mir bei diesem Album irgendwie ständig im Gehirn herum spinnt. Ob es der Funky Groove von „One way ticket“ ist, dem ne ordentliche Portion Drive innewohnt, die klassisch anmutende Akustikgitarrensession von „Fire“, welche in einem infernalen E-Gitarrensolo schwindet oder das Prog-Rocklastige „Death in the opposite house“ – man möchte den Hut nehmen vor dem Herrn, der sämtliche Titel in Eigenregie aufnahm. Sein Können an Piano, Bass, E-Gitarre, Violine etc. ist dabei stets perfektionistisch bis ins Detail durchdacht – das lässt Poems wie die Loser-Story von „Richard Cory“ erst richtig wirken.

Die größte Stärke bleibt aber der angesprochene Abwechslungsreichtum, der sich von poppigen Arrangements bis hin zu 70ies lastigen Progrock spannt und dabei imposantes wie „Fast rode the knight“ oder „The story of the ashes and the flame“ aufbietet. Hätte sich Radloff nur nicht so selbstverliebt gesanglich in Szene gesetzt und wären die studiotechnischen Bedingungen besser gewesen, dann wäre aus diesem Album ein echter Geheimtipp geworden. So kann man sich wirklich die Zähne dran ausbeißen – wofür das Alucase auch wieder gut ist…

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