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HEAVEN SHALL BURN - Deaf to our Prayers

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Artist HEAVEN SHALL BURN
Title Deaf to our Prayers
Homepage HEAVEN SHALL BURN
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
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7.3/10 (4 Bewertungen)

Hart erarbeitet haben sich diese deutschen Metalcore-Pioniere ihren Erfolg. Seit gut 10 Jahren sind sie fast durchweg auf Tour, bringen in aller Regelmäßigkeit Killer-Platten heraus und schafften mit „Antigone“ den vollends verdienten Ausbruch und Durchbruch in die große Metal-Welt. Auch wenn immer noch „The Weapon they fear“ und „Voice of the Voiceless“ die Clubs zum Kochen bringen, sind sicherlich sehr sehr viele Metal und Core-Fans gespannt, wie die Ostdeutschen diesen Erfolg verkraften werden.

Mehr als gut, möchte ich sagen, denn schon der Opener „Counterweight“ dürfte so ziemlich jeden engstirnigen Metalcore-Hirni die Kinnlade nach unten klappen lassen. Dieser Track ist ein pures Death Metal-Inferno! Die Doublebass killt alles, die Riff blasen alles weg und Shouter Marcus klang niemals zuvor so krank, wütend, aggressiv und böse, wie bei diesem Track! Dieser Mann verfügt einfach über ein Killer-Organ! Auch „Trespassing the Shores of your World“ killt mächtig Death-lastig, präsentiert aber schon mehr von den HSB-typischen und ungemein brutalen Breaks und den thrashigeren Passagen. Ein weiterer Killer! Hat man diesen Frontal-Angriff überstanden geht es ab „Profane Believers“ etwas „gedrosselter“, aber nicht weniger heavy zu Sache. So gibt es hier verstärkt schwedische Anleihen, was sich vor allem durch die mächtigen Mosh-Passagen und die gelungenen Melodie-Bögen bemerkbar macht. Den Höhepunkt findet diese Entwicklung in der sehr fiesen, fast schleppenden, Monster-Walze „Armia“, die sich unwiderstehlich in die Gehirnbahnen frisst. Sehr außergewöhnlich auch diesmal wieder, welch eine düstere, gar apokalyptische Atmosphäre diese Jungs auf ihren Platten erschaffen! Nach den leider phasenweise auch etwas langatmigen Passagen von „Deaf to our Prayers“ geht es mit „mybestfriends.com“, „Dying in Silence“ und „Biogenesis (Undo Creation)“ wieder etwas deftiger zur Sache, wobei man hier schön das aggressive Geballer des Anfangs mit der groovigeren Ausrichtung des Mittelteils verbindet. Dabei sticht vor allem letzterer Track durch seine Blast-Parts und den nochmals fieseren Growls von Marcus heraus. Mächtig! Einige Fragezeichen kommen bei mir beim Finale „The Greatest Gift of God“ auf, der mit sehr gewöhnungsbedürftigen Group-Growls beginnt, sich dann aber in ein schleppendes, doomiges Ungetüm entwickelt und dabei sogar leichte Schwarzkittel-Riffs durchscheinen lässt.

HEAVEN SHALL BURN haben alle Ungerechtigkeiten, Krankheiten und Grausamkeiten, die auf der Welt geschehen sind und noch geschehen, aufgesogen und feuern sie dem Hörer in ihrer vollen Härte und Unbarmherzigkeit ins Gesicht und in die Lauscher. Nie klangen HSB düsterer, härter, fieser und böser. Nie war eine Platte der Ostdeutschen fetter produziert und nie war die Band mehr Death Metal als mit „Deaf to our Prayers“. Dennoch möchte ich nicht so weit gehen und sagen, dass man „Antigone“ getoppt hat, denn die eine oder andere Länge ist auf der neuen Platte schon zu verzeichnen. Viel mehr hat man seine Leistung mehr als deutlich bestätigt! Und das muss man nach einem Album der Marke „Antigone“ erstmal schaffen!

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