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HEINZ STRUNK - Junge rettet Freund aus Teich (Buch)

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Artist HEINZ STRUNK
Title Junge rettet Freund aus Teich (Buch)
Homepage HEINZ STRUNK
Label ROWOHLT
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Der bekannteste Roman von HEINZ STRUNK ist zweifellos „Fleisch ist mein Gemüse“, der 2004 erschien und sich seitdem mehr als 400.000-mal verkauft hat. Das stark autobiografische Buch erzählt das Schicksal eines ambitionierten Musikers in einer drittklassigen Tanzkapelle, mit der er über die Dörfer tingelt, um bei Schützenfesten und ähnlichen Veranstaltungen in der Provinz zu spielen. Jetzt geht „Heinzer“ noch einen Schritt weiter und beschreibt in „Junge rettet Freund aus Teich“ die Kindheit und Jugend von Mathias Halfpape in Hamburg-Harburg. Nun ist Mathias Halfpape der bürgerliche Name von HEINZ STRUNK, sodass man wohl davon ausgehen kann, dass hier auf 283 Seiten viel Wahres aus den frühen Jahren des Entertainers, Musikers und Autoren berichtet wird.

Zum Inhalt:

Mathias ist sechs Jahre alt. Bald wird er in die Schule gehen. Er wohnt in der Siedlung, bei Mutter, Oma und Opa, die er alle sehr liebt. Bald ist Weihnachten, es schneit, und Schnee ist fast noch gemütlicher als Regen. Nur hört man leider nichts, wenn es schneit, da ist dann wieder Regen besser.

Mathias ist zehn Jahre alt. Die großen Ferien wird er bei Oma Emmi auf dem Land verbringen. Die Kinder dort wachsen ganz anders auf, man kann hier viel Spaß haben. Mutter riecht den Braten: Sie gönnt ihm die Freude nicht.

Mathias ist vierzehn Jahre alt. Mutter ist mit ihm ins Hochhaus gezogen und hat Oma in ihrem Elend allein gelassen. Opa ist im Heim, noch so ein Verrat. Doch Mathias ahnt: Im Grunde genommen trägt er die Verantwortung für Mutters Lage, obwohl er natürlich auch nichts dafür kann. Wer kann schon was für seine Geburt?

Bei „Junge rettet Freund aus Teich“ tritt der derbe Humor, mit dem man sonst gern von HEINZ STRUNK konfrontiert wird, ein wenig in den Hintergrund. Stattdessen erhält leise Schwermut mehr Raum und gibt den Blick frei auf Jahre des Heranwachsens, die nicht immer einfach waren. 1966 war es eben noch nicht selbstverständlich, „unehelich“ zu sein und wenn die Mutter dann auch noch von (selbst für ein Kind offensichtlichen, aber nicht einzuordnenden) psychischen Problemen gequält wird, macht es das nicht einfacher. Natürlich gibt es aber auch genügend skurrile Geschichten, die den Leser zum Schmunzeln bringen. Etwa, wenn Strunk von der Nikotin- und Drogen-Karriere seines Protagonisten berichtet und die Auswüchse „seiner“ kriminellen Energien zum Besten gibt. Sprachlich erkennt man zweifellos den Strunkschen Stil wieder, aber auch hier hält sich der Hamburger, der im Mai seinen 51. Geburtstag feiern kann, deutlich zurück und wählt stattdessen eine Ausdrucksweise, die dem jeweiligen Alter seiner Romanfigur angemessen ist, aber nie am Sprachwitz spart. Mit seinem fünften Roman blickt HEINZ STRUNK, der auch das Pseudonym Jürgen Dose verwendet und beim Studio Braun mit Jacques Palminger und Rocko Schamoni gemeinsame Anarcho-Sache macht, voller Melancholie, Schmerz und Liebe auf eine Kindheit zurück, die sicherlich nicht 1:1 seine eigene widerspiegelt, aber vermutlich jede Mengen Parallelen aufweist.

Wer nicht selbst lesen möchte, kann dies dem Herrn Schriftsteller überlassen, denn wie auch seine übrigen Bücher, ist „Junge rettet Freund aus Teich“ als Autorenlesung bei tacheles!/ROOF Music erschienen.

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