| Artist | HEINZ STRUNK |
| Title | Memories of Heidelberg (Hörbuch) |
| Homepage | HEINZ STRUNK |
| Label | ROOF MUSIC |
| Leserbewertung |
HEINZ STRRUNK ist Schriftsteller, Musiker und Schauspieler. Sein erster Roman war 2004 „Fleisch ist mein Gemüse“, seinen größten Erfolg feierte er 2016 mit „Der goldene Handschuh“. In diesem siebten Roman behandelt Strunk Abschnitte aus dem Leben des Hamburger Serienmörders Fritz Honka; das Buch stand monatelang in den Bestsellerlisten und wurde von Fatih Akin verfilmt. Der Autor erhielt den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis und die nachfolgenden Romane „Es ist immer so schön mit dir“ (2021) und „Ein Sommer in Niendorf“ (2022) waren für den Deutschen Buchpreis nominiert und auch sein jüngster Roman „Memories of Heidelberg“ ist bereits auf der Longlist zum diesjährigen Deutschen Buchpreis vertreten.
Hat der Hamburger seinen Leser und Zuhörern vor vier Jahren noch Ferien an der Ostsee beschert, geht es jetzt mit seinen Protagonisten Bertram und Isolde nach Heidelberg. Das in die Jahre gekommene Paar aus Oldenburg kommt in die romantische Kurpfalz, um den 80. Geburtstag von Isoldes Mutter zu feiern und ein paar schöne Tage am Neckar zu verbringen. Auf Isoldes Drängen hin verzichten sie bewusst auf ihr sonst übliches, solides 4-Sterne-Hotel, um stattdessen das vermeintlich luxuriösere „Boutique-Hôtel & Spa Kurpfalz“ zu testen. Dieses kostet stolze 500 Euro pro Nacht, entpuppt sich vor Ort allerdings als herbe Enttäuschung. Ob das Restaurantschiff Karolina in unmittelbarer Nähe zum Hotel diese Enttäuschung wettmachen kann? Der Patrone Enrico zeigt sich am ersten Abend sehr zuvorkommend und so entscheidet das Paar, auch am nächsten Tag wieder hier einzukehren. Allerdings entwickeln sich die Restaurantbesuche immer mehr zu Höllenqualen: für Isolde und Bertram gibt es selbst bei strömendem Regen keinen Platz im Innenbereich und irgendwann werden auch die Heizpilze für die beiden nicht mehr in Betrieb genommen. Das Essen wird täglich schlechter, trotzdem zieht es insbesondere Isolde immer wieder auf die Karolina. Außerdem erkrankt ihre Mutter an einer schweren Nierenbeckenentzündung, weshalb sie ins Krankenhaus kommt und die im kleinen Kreis geplante Geburtstagsfeier ausfallen muss. Bertram hofft daher auf eine baldige Heimreise, doch Isolde möchte in der Nähe ihrer schwerkranken Mutter bleiben. Von Tag zu Tag entfernt sich das Paar mehr von einander und von Tag zu Tag wird auch die musikalische Hintergrundbeschallung bei ihrem neuen Stamm-Italiener nerviger, bis von der ursprünglich gespielten Musikauswahl schließlich nur noch der Nostalgie-Schlager „Memories of Heidelberg“ von Peggy March läuft und die Situation vollends eskaliert.
Wer HEINZ STRUNK und sein literarisches Werk kennt, ahnt, dass die Ereignisse auf zunächst subtile Weise aus dem Ruder laufen und irgendwann ein infernales Ausmaß annehmen, mit dem niemand rechnen kann. „Memories of Heidelberg“ beschreibt den tristen Alltag seiner Figuren mit der ihm eigenen genauen Beobachtungsgabe, einem schonungslosen Blick für das Hässliche und spart auch nicht am melancholischen Unterton ob der Traurigkeit des menschlichen Lebens. Gepaart ist das Ganze jedoch mit einer Tragikomik und grotesken Übersteigerung, sodass am Ende neben aller Schwermut doch der Humor überwiegt. Man lacht über Isolde und Bertram, fühlt jedoch auch mit ihnen. Der 65-jährige Hamburger hat einmal mehr einen skurrilen Plot geschaffen, der zunächst alltäglich wirkt und im Verlauf der Geschichte immer mehr Absurditäten offeriert.
Die ungekürzte Autorenlesung gewinnt dabei natürlich zusätzlich durch HEINZ STRUNKs trockenen, norddeutschen Tonfall, seine meisterhaften Stimmimitationen und die fast schon musikalische Rhythmik, mit der er seinen Roman vorträgt. Wer jedoch lieber selbst lesen möchte, kann dies selbstverständlich auch tun, denn „Memories of Heidelberg“ erscheint zeitgleich bei Rowohlt unter der ISBN 978-3-498-00974-8 aus Buch. Mehr Infos finden sich unter www.rowohlt.de.

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