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HEINZ STRUNK - Nach Notat zu Bett (Hörbuch)

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Artist HEINZ STRUNK
Title Nach Notat zu Bett (Hörbuch)
Homepage HEINZ STRUNK
Label TACHELES!
Leserbewertung
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Drei Jahre lang hat der Schriftsteller, Satiriker, Schauspieler und Musiker HEINZ STRUNK öffentlich in der ‚Titanic‘ Tagebuch geführt. Es fing als eine Art Parodie auf Diarien bedeutungsvoller Schriftsteller („Nachmittags eine Gabe von Thee“) an, entwickelte jedoch bald ein ganz eigenes Leben in einem weiten Feld zwischen unernster Figurenrede, Kurzessayistik, Aphorismus, Quatsch, Trübsinn und auch nicht wenig Tiefsinn. Aus dieser Kolumne ist zwischenzeitlich ein (Hör-)Buch namens „Nach Notat zu Bett“ geworden.

Aufgeteilt in zwölf Monate bringt Strunk in dieser ‚Intimschatulle‘ weltenweit Entferntes zusammen: Alltagsbeobachtungen, Lektüren, Privatfernsehabende bei viel Alkohol, Aphorismen, Selbstbeobachtung beim Altern und Kränkeln, alberne Karrieretipps, manchmal auch Poesie. Man begleitet den Mann, der bereits 2004 mit seinem ersten Roman „Fleisch ist mein Gemüse“ stark autobiografisch unterwegs war, durch das Jahr 2018 und fragt sich, wie viel Wahrheit wohl in den Texten steckt. Dass eine Menge Erfundenes drinstecken muss, wird bereits bei den Inhaltsangaben zu den Filmen deutlich, die Heinzer angeblich bei seinen TV-Abenden mit Helmut Zierl in der Hauptrolle gesehen haben will. Isst der Mann tatsächlich so viel und spricht dem Alkohol in diesem Maße zu? Was ist mit Bertram Leyendieker und Meyer-Schulau, mit denen er sich im Restaurant Diverso und dem Cafe 2 Talk trifft? Dem Ehepaar Marquart? Seinem Nachbarn und dessen Hund? Willi und den Jungs von Willis Schwenkgrill?

Im Grunde ist es aber auch ganz egal, wie viel Fiktion in den Texten steckt, denn HEINZ STRUNK ist es mal wieder gelungen, eine ganz besondere Form von Schwachsinn so zu kanalisieren, dass es einfach Spaß macht, ihm durchs Jahr zu folgen. Seine vertonten Speisekarten sind natürlich größtmöglicher Blödsinn, aber der Leser und insbesondere der Zuhörer ist gespannt, welchen Mumpitz er als nächstes aus dem Hut zaubern wird. Und so dauert es auch nicht lange, bis HEINZ STRUNK sich ausführlich am Thema Kannibalismus abarbeitet. Nein, „Nach Notat zu Bett“ ist kein Vergleich mit dem 2016 erschienenen Roman „Der goldene Handschuh“ über den Serienmörder Fritz Honka, die Verdichtung der ‚Intimschatullen‘-Kolumne ist mehr etwas für die Hardcore-Fans des Hamburgers, der für seinen etwas abseitigen Humor bestens bekannt ist. Nicht umsonst ist er auch Mitglied beim STUDIO BRAUN und bei FRAKTUS (beides gemeinsam mit ROCKO SCHAMONI und JACQUES PALMINGER).

Neben dem Hörbuch ist die gedruckte Fassung im Rowohlt Verlag erhältlich. Unter ISBN 978-3498001247 gibt es das gebundene Buch, das Taschenbuch unter 978-3499001550.

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