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HELGE SCHNEIDER - Live At The Grugahalle – 20 Jahre Katzeklo (Evolution)

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Artist HELGE SCHNEIDER
Title Live At The Grugahalle – 20 Jahre Katzeklo (Evolution)
Homepage HELGE SCHNEIDER
Label UNIVERSAL
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Ob HELGE SCHNEIDER im Vorfeld wohl geahnt hat, was er mit „Katzeklo” anrichten würde? Damals, als er nach dem Auftritt der britischen Megastars von TAKE THAT als noch weitgehend unbekannter Comedy-Kauz eben dieses „Katzeklo“ in Thomas Gottschalks „Wetten dass“ von 16 Millionen Fernsehzuschauern live performte? Und damit natürlich einen Großteil des Samstagabendpublikums völlig überforderte? Das ist inzwischen 20 Jahre her und „Katzeklo“ wurde der bisher größte Hit der „singenden Herrentorte“ (Schneider über Schneider) und vermutlich auch ein bisschen zum Fluch… Nichts desto trotz markieren „Katzeklo“ und das dazugehörige Album „Es gibt Reis, Baby!“ den Moment, in dem ein neuer Star geboren wurde und ein ganz spezieller dazu!

Das muss natürlich gefeiert werden und deshalb erscheint jetzt die Doppel-CD „Live At The Grugahalle – 20 Jahre Katzeklo (Evolution)“. Im vergangenen März gastierte das Mülheimer Allround-Talent (Unterhaltungskünstler, Buchautor, Film- und Theaterregisseur, Schauspieler, Multiinstrumentalist und Sänger) in der Essener Grugahalle und die mitgeschnittene Performance beschert den Fans nun über zwei Stunden Helge pur – ohne die Gruppe PUR natürlich – wie Herr Schneider selbst versichert. Auf insgesamt 39 Tracks und Ansagen beweist die Comedy-Jazz-Ikone in heimischer Ruhrpott-Atmosphäre sein musikalisches Talent ebenso wie seine komödiantische Begabung. Wenn HELGE SCHNEIDER in Aktion tritt, hat das immer auch etwas von Anarchie und Wahnsinn, wobei stets auch eine immense Genialität durchblitzt. Zu hören gibt es neben dem bereits genannten „Katzeklo“ unter anderem auch den schrägen Titelsong „Es gibt Reis, Baby!“ und weitere ältere Stücke wie „Der Meisenmann“ und „Hunderttausend Rosen“. Außerdem stand auf der Setlist die aktuelle Single „To Be A Man“ aus dem letztjährigen Longplayer „Sommer, Sonne, Kaktus!“, dem ebenfalls „Nachtigall, huh (Es zittert unser Haus, was ist da draußen los?“ entnommen wurde. Liebevoll dekonstruierte Coverversionen dürfen bei Helge ebenfalls nie fehlen. Genannt seien hier Beethovens „Mondscheinsonate“ und die JERRY-JEFF-WALKER-Kultnummer „Mr. Bojangles“. Und natürlich das Weihnachtslied „Feliz Navidad“, das es als Bonus noch obendrauf gibt. Es passt einfach zum anarchischen Wesen des 58-jährigen, mitten im Sommer einen Christmas-Song zu veröffentlichen – mal ganz davon abgesehen, dass es sooo lange auch gar nicht mehr dauert, bis die Dominosteine wieder in den Supermarktregalen liegen.

Natürlich erzählt er zwischendurch auch seine verqueren Geschichten, quält seine Mitarbeiter, jammt mit seiner erstklassigen Band und schafft einen Crossover aus Kunst und Klamauk, den ihm so schnell keiner nachmacht. HELGE SCHNEIDER polarisiert und hat trotzdem seit inzwischen zwei Jahrzehnten die Massen hinter sich. Nachdem sich der Hype um „Katzeklo“ gelegt hatte, sind auch Konzerthallen wieder eine Idee kleiner geworden, trotzdem sind die Venues immer noch ausverkauft und erfindet sich der Musikgott mit den schrägen Jazz-Improvisationen und den absurden Ideen immer wieder neu. Nachzuhören auf der Doppel-CD „Live At The Grugahalle – 20 Jahre Katzeklo (Evolution)“. Helge, ich habe wieder sehr gelacht und zolle Dir größte Hochachtung für Deine überragenden Gedankengänge und Dein musikalisches Können!

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