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HELHEIM - Kaoskult

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Artist HELHEIM
Title Kaoskult
Homepage HELHEIM
Label DARK ESSENCE
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Wenn man böse ist, könnte man behaupten „Einem alten Hund bringt man keine neuen Tricks bei“. Black Metal bleibt Black Metal und Pagan bleibt eben Pagan. HELHEIM sind umstritten/ extrem und werden dies auch immer bleiben. Sie schreiben Texte über „Tod und Teufel“ und das wird sich „zum Glück“ nie ändern. HELHEIM werden immer eine ernstzunehmende Instanz im Black und Pagan-Bereich sein. Die Nordländer werden wohl auch nie zum Christentum bekehrt werden oder ihren alten Göttern abschwören. Aber was ihre Musik betrifft, da wandeln sie sich und entwickeln sich auch weiter.

Was sich bei „The Journeys and the Experiences of Death“ schon abzeichnete, wird hier fortgeführt. Mit ihrem letzten Longplayer wichen sie schon von „typisch-heidnischen Inhalten“ ab und befassten sich mit dem Tod als Person, als Erlöser und Unheilsbringer in der Mythologie. Nun gehen sie einen Schritt weiter. „Kaoskult“ befasst sich mit dem „Mensch sein“ an sich. Das Leben und Leiden, Einsamkeit und Einflüsse, die das Leben nachhaltig gestalten. Dabei bezieht sich die Band zwar immer auf ihre heidnischen Wurzeln, bietet jedoch lyrisch ein intelligentes und vor allem sehr interessantes Konzept. Unterstützt wird diese Entwicklung auch mit einem angepassten Sound. Melodie und Atmosphäre stehen weiter im Vordergrund denn je. Allein der Opener „Det Norroene Alter“ weißt eine im Ohr hängen bleibende Melodie mit Tiefgang und Charme auf. Die folgenden Titel stehen diesem in nichts nach. „Northern Forces“ kracht in schönster HELHEIM-Art, „Om Smerte Og Liv“ steigert sich von einem leichten Intro zu einem mächtig stählernen Amboss mit atmosphärischen Passagen und bei „Aandevind“ läuft es dem Hörer kalt den Rücken herunter, weil die Texte und Musik bedrohlich und intensiv ertönen. Natürlich darf der obligatorische „HELHEIM-Song“ nicht fehlen. Diesmal „Helheim 6“ – klassisch intoniert und ein gewisser Ruhepol in diesem Werk. Klanglich gibt es auch dieses Mal nichts an der Produktion auszusetzen. Sound und Stimme erklingen präzise und sauber und bieten so eine tolle Bühne für ein gelungenes Werk.

Der Weg, der mit „The Journeys …“ eingeschlagen wurde, wurde hier konsequent und vor allem sehr gelungen weitergeführt. Diese Scheibe bietet alles, was ein HELHEIM-Fan hören möchte – sogar noch viel mehr. Klar, der typische Klang der Stimme hat sich nicht geändert (auch wenn saubere Chorpassagen diesen etwas „entschärfen“) und wird damit auch weiterhin Stein des Anstoßes für etwaige Hörer sein. Aber ich kann ganz offen sagen: „Kaoskult“ ist eines der großen Werke 2008, an dem sich die Genrekollegen messen lassen müssen – und wohl viele an dieser Hürde scheitern werden. Großes Kino für die Ohren!

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