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HELHEIM - The Journeys and the Experiences of Death

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Artist HELHEIM
Title The Journeys and the Experiences of Death
Homepage HELHEIM
Label DARK ESSENCE RECORDS
Leserbewertung
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9.0/10 (2 Bewertungen)

HELHEIM zählen wohl seit jeher zu den umstritteneren und kontrovers diskutierten Bands der Pagan Metal-Szene. Musikalisch und auch mit ihren Äußerungen abseits der Alben stellten sie immer sehr extrem ihren Bezug zu den alten Göttern rund um Odin, Heimdall und Thor klar. Vielleicht oder gerade aus diesem Grund boten sie (und bieten immer noch) eine breite Angriffsfläche für all die Möchtegern-Moralapostel, die hinter jeder odinistischen Äußerung gleich etwas Böses sehen. Dies mag wohl auch der Grund sein, dass HELHEIM in ihrer Heimat im hohen Norden zu den Großen zählen aber hier in unseren heimischen Landen „nur“ den Status des Geheimtipps haben und eigentlich hauptsächlich den Genrekennern ein Begriff sind. Und dies wird sich auch mit dem aktuellen Album kaum ändern.

„The Journeys and the Experiences of Death“ wartet mit einem interessanten Konzept auf, welches sich als roter Faden durch die gesamte Veröffentlichung zieht – Der Tod in all seinen Fassetten in der nordischen Mythologie. Dabei wandert man inhaltlich von Totenkult und Verehrung des Sensenmannes, über Brudermord und Besessenheit bis hin zu „Was kommt danach“. Also lyrisch ein weit gefächertes, wenn auch inhaltlich eng gestecktes Werk. Musikalisch halten sie an Altbewährtem fest und ergänzen es mit ein paar neuen Elementen. HELHEIM machen weiterhin ihren typisch flotten Metal mit fiesem Gesang und abwechslungsreicher, leicht orchestraler Unterstützung. Fieser Gesang sage ich deshalb, da dieser doch recht extrem ausfällt und man einfach selbst entscheiden muss, ob die Schreie nicht eher wehtun, als das sie die Stücke tragen. Aber das war schon so beim 1995 erschienen Debüt der Band, und das wird sich auch zukünftig nicht ändern. Allerdings fällt bei dieser Veröffentlich auf, dass HELHEIM diesmal noch mehr mit ruhigeren Momenten und atmosphärischen Parts spielen, und so „The Journeys And The Experiences Of Death“ noch einen Hauch von Frische einflößen. Über die handwerkliche Seite der Veröffentlichung kann man nichts Negatives sagen. Die Stücke bauen alle Stimmung auf und reißen mich als Hörer auch nach wiederholtem Einlegen der CD immer wieder mit. Gute Arbeit am Schlagzeug und an den Saiteninstrumenten lassen nie Langweile aufkommen. Allerdings verzichtet die Band total auf Rasereien nach dem Motto „Schneller ist Besser“, und das steht der Veröffentlichung sehr gut. Übrigens, HELHEIM führen ihren „Running Gag“ mit dem durchnummerierten Song „Helheim“ auch auf dieser Publikation fort und präsentieren hier das Stück „Helheim 5“, und ausgerechnet dieses beeindruckt besonders mit seinem bedrohlichen orchestralen Charme und den leise im Hintergrund surrenden Gitarren. Mit „13 To The Perished“ beweisen sie auch wieder ihren Hang zum Makabren und beenden den wirklich ansprechenden Song mit einer Hinrichtung in Flammen, die einmal mehr klar macht, wie unglaublich brutal man im Zeichen des Kreuzes mit Heiden umgegangen ist. Beeindruckend und erschreckend.

Für den guten Ton der Scheibe sorgte man im Conclave Media Studio und bringt so neben dem guten Inhalt auch ein ansprechendes Klangewand mit. Da kann ich abschließend nur sagen: Dieses Werk wird all die HELHEIM-Fans da draußen einmal mehr glücklich machen. Allerdings ist es auch wieder typisch extrem für die Nordmannen, und so wird auch „The Journeys …“ niemand bekehren können, der HELHEIM bis dato nicht mochte. Die Erstauflage dieser Scheibe soll übrigens in einer Special Edition auf den Markt kommen, in der die bisher unveröffentlichte MCD „Helsviti“ als Bonus beiliegt. Somit beende ich diesen Artikel mit einem Zitat aus dem Booklet der CD: „Heathendom is Resistance“ – und diese Scheibe bietet den Soundtrack dazu.

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