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HELLOWEEN - Unarmed – Best Of 25th Anniversary

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Artist HELLOWEEN
Title Unarmed – Best Of 25th Anniversary
Homepage HELLOWEEN
Label SONY MUSIC
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Das ist doch mal ein handfester Beweis für Kreativität, den HELLOWEEN zu ihrem 25. Bandjubiläum mit „Unarmed“ an den Tag legen. Anstelle einer lahmen Best Of im üblichen Sinne präsentieren die Hamburger zahlreiche Hits ihrer Karriere aufwändig in gänzlich neuen Alternativversionen. Die dabei entstandene stilistische Vielfalt der ungewohnt „unbewaffneten“ Kürbisköpfe mag zwar zunächst manchem beinharten Metaller Bauchschmerzen bereiten, lässt sich aber als unverbraucht umgesetzte Ansammlung toller Melodien schnell schönhören.

Ein Pluspunkt ist insoweit sicherlich schon mal der Umstand, das anteilig gaaanz viel Keeper I und II Material den Weg auf die Scheibe gefunden hat. Zudem haben sich Andi Deris, Michi Weikath und Co. reichlich Gastmusiker für dieses Vorhaben ins Boot geholt, die bei der Instrumentierung z.B. mit Akkordeon, Saxophon, Piano und diverser Percussion an der einen oder anderen Stelle für unkonventionelle Variation im Soundgeflecht der hanseatischen Melodic Metaller sorgen. Dies macht sich gleich im Opener „Dr. Stein“ deutlich bemerkbar, der zur swingenden Bläser-/ Ska-Nummer mutiert ist. „Future World“ bietet dann entspannte Semi-Akustik, allerdings gepaart mit dem Drive der Originalversion. Noch einen Schritt weiter geht „If I Could Fly” mit sehr poppigem Arrangement und zeitweise Lounge Charakter. Ganz groß in diesem Bereich ist jedoch das balladeske „Where The Rain Grows”, dessen Hookline hier perfekt zur Geltung kommt. Ebenfalls gelungen: „Eagle Fly Free” mit einem interessanten Duett zwischen Andi Deris und der HELLSONGS Sängerin Harriet Ohlsson. Piano Herzschmerz herrscht hingegen bei „Forever & One” vor, der diesem Song so aber vielleicht mehr Authentizität verleiht als im Schmuserock Format. Zum Schluss des Tracks setzen noch zusätzliche Chöre ein, die beinahe in MANOWARs „The Crown And The Ring“ Gefilde vordringen. Über den Kindergesang im Refrain von „I Want Out“ lässt sich eher streiten, ebenso über die recht schnulzige Orchestral-Umsetzung von „A Tale That Wasn´t Right“. Dafür entschädigt in Sachen Bombast aber – quasi als grandiose Krönung des Albums – das opulente, 17-minütige Medley „The Keeper´s Trilogy“ (bestehend aus den Stücken „Halloween“, „Keeper Of The Seven Keys“ und „The King For A 1000 Years“), das unter Mitwirkung des 70-köpfigen Prager Symphonieorchesters und der Gregorian Sänger entstanden ist!

Alles in allem also ein bunter Strauß (in der Limited Edition wahlweise mit Bonus DVD inklusive Making Of, Videoclip sowie Interview), der zwar keine traditionelle Kost bietet, dafür aber jede Menge Klassiker, die jedem open-minded Metalhead, der nicht nur ultra-true veranlagt und auf laute Gitarrenriffs aus ist, auch im neuen Gewand ohne weiteres zusagen könnten.

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