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HELL’S KITCHEN - Dress to dig

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Artist HELL’S KITCHEN
Title Dress to dig
Homepage HELL’S KITCHEN
Label DIXIEFROG
Leserbewertung
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Allen, die bei DEM Bandnamen an die 1987 gegründete Punk/ Metal-Formation aus Kalifornien denken, sei gesagt, dass es sich hier NICHT um diese Band oder womöglich um deren Erben handelt. Diese HELL’S KITCHEN sind eine Schweitzer Formation, die erst seit diesem Jahrtausend existiert. Und im Gegensatz zu ihren Namensvettern wildern sie auch nicht im Metal oder Punk sondern toben sich im Blues und Jazz aus, und mixen das Ganze mit Einflüssen unterschiedlichster Art, wie Rockabilly oder Elementen des Rock’n’Roll bis hin zum Schlager. Hört sich seltsam an? Stimmt. Und ganz ehrlich. Bis ich mir eine Meinung gebildet hatte, brauchte ich einige Durchläufe.

Ganz charakteristisch für diesen Sound ist „A good end“. Kontrabass, psychedelisches Quietschen auf der Gitarre und eine Percussion, die beinahe zur BLUE MEN GROUP passen könnte. Dazu kommt Bernhard Monneys charismatische Stimme, die zuweilen an Tito Larriva (TITO & TARANTULA) erinnert. Mit dem folgenden „Teacher“ kommt etwas Schwung ins Spiel. In einem punkartigen Rhythmus rockt das Stück voran. Ein Paradebeispiel für Rockabilly. Dass man jedoch auch anders kann, zeigt die Band beim Blueser „The Helper“. Dezente Slides auf der Gitarre, ein leidender Vortrag am Mikro (hier wird die Stimmenverwandtschaft zu Herrn Larriva besonders deutlich). Ein eingängiges Stück, das im Ohr hängen bleibt. Was man nun bei „Leave and go home“ abliefert, weicht wiederum vom bisher Gehörten ab. Betont schräge Gitarrenparts unterlegen die rhythmische Darbietung an den Drums und untermalen den Gesang. Dieser Song könnte glatt von THE GRATEFUL DEAD stammen. Später zeigt die Band noch, dass sie auch mit mehr Gitarre und viel Pathos die Psychedelic-Helden der Siebziger adaptieren können („Never beeing able“). Die nun folgenden Stücke (und ich möchte nicht auf jedes einzeln eingehen) mixen, wie auch die vorhergehenden, Blues, Jazz und jede Menge andere Elemente zusammen. Das Ganze kommt in einem klanglich ansprechenden Gewand daher, wird mit einigen Stereospielereien aufgelockert und hat das Feeling der Siebziger Jahre. Das schicke DigiPak weiß zudem auch zu gefallen.

Wären HELL’S KITCHEN ein Getränk, so hätte ich es wohl noch nie gekostet. Der Barmann hat mir gesagt, es knallt richtig rein. Doch anstelle eines harten Drinks bekomme ich einen Cocktail, der wohl erst beim zweiten oder dritten Glas süffig wird, dann aber in die Top 10 der Lieblingsflüssigkeiten aufsteigt. Soll heißen, man merkt, dass da etwas im Glas ist, das schmeckt, aber irgendwie ist es anders als erwartet, nicht schlecht, nur eben nicht typisch! Mein Rat an alle, die auch gern einmal abseits ihrer sonst gewohnten Kost etwas suchen. Genehmigt euch ein Probegläschen (auf der Myspace-Seite gibt es Einige) und entscheidet selbst, ob ihr das mögt. Ich mag’s… irgendwie.

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