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HELLSONGS - Hymns in the Key of 666

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Artist HELLSONGS
Title Hymns in the Key of 666
Homepage HELLSONGS
Label DESPOTZ RECORDS/ BODOG MUSIC
Leserbewertung
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7.7/10 (14 Bewertungen)

Der Rezensent hat eine Vorliebe für klassischen Heavy Metal, ebenso besitzt er aber eine ausgeprägte Schwäche für skandinavischen Singer-Songwriter-Pop (gerne auch mit zerbrechlichen Elfen-Vocals). Wer jetzt sagt: „Das sind ja gleich zwei Wünsche auf einmal!“ hat natürlich recht, aber diese Wünsche werden jetzt neuerdings von einem wunderbaren Trio aus Göteborg (der Schweden-Metal-Hochburg) gebündelt unter dem Namen HELLSONGS erfüllt.

Frontfrau Harriet Ohlsson und ihre Mannen machen aus den großen Krachern der Hardrock und Metal-Geschichte intensive Kleinode an intimer Atmosphäre, so dass man sich alsbald wie Ronja Räubertochter am Lagerfeuer fühlt. Eine durchgängig zart gespielte Pianotaste eröffnet den Reigen mit „The Trooper“, Streicher untermalen das leicht gezupfte Riff und werden kongenial von den melancholischen Vocals umrahmt. Ganz große Kunst, sich einen Song derart zu Eigen zu machen, dass die Herkunft kaum wieder zu erkennen ist (zuletzt geschehen bei „Fight for your right“ von ANDREW PAUL WOODWORTH). Dave Mustaine wird sich verwundert die Augen reiben, hat er doch mit „Symphony of Destruction“ eine klassische Saloon-Boogie-Woogie-Nummer geschrieben, auch METALLICA waren sich bestimmt nicht bewusst, das „Blackenend“ eigentlich eine unbeschwerte „Happy-go-lucky-Nummer“ ist. Für SLAYER ist es die zweite ungewöhnliche Damen-Cover-Version, hat doch TORI AMOS auf „Strange little Girls“ schon „Raining Blood“ die Zähne gezogen. Hier wird aber aus „Seasons in the Abyss“ ein regelrechtes Feuerwerk aus Melodien für Millionen, das ganze aber mit dem richtigen Twist dargeboten. Der Refrain schwebt einen Tage lang im Kopf herum. Aus „We´re not gonna take it“ wird die ultimative Loser-Hymne, während aus „Thunderstruck“ ein meditatives Stück zur Selbstfindung wird (unterstützt durch ein leichtes Indien-Flair). Das erinnert alles an eine wunderbare Band wie LAMPSHADE, oder Künstlerinnen wie STINA NORDENSTAM und ANNA TERNHEIM

Der Begriff „Lounge Metal“ ist sicherlich nicht verkehrt, aber wurde meines Erachtens schon 1995 von den CARDIGANS mit der Cover Version von „Sabbath bloody Sabbath“ eingeführt (HELLSONGS knöpfen sich allerdings „Paranoid“ vor). Des Weiteren bieten HELLSONGS einiges mehr an Substanz, als sie als puren Novelty-Act durchzuwinken. Die musikalische Klasse ist bestechend, die Präsentation durchgehend sympathisch, die Bearbeitung der Titel voller Liebe und Können. Ergo: Darf und kann auch gerne außerhalb einer Chill-Out-Zone konsumiert werden. Und live wahrscheinlich ganz großes Gänsehaut-Kino. Wenn HELLSONGS auf irgendeinem Campingplatz der diesjährigen Freiluft-Saison aus geschlossenen Zelten erschallen, kann man sich einer Sache sicher sein: Hier wird gerade die nächste Generation an Metal-Fans gezeugt. Und das ist gut so!

Tracklist:
1. The Trooper (IRON MAIDEN)
2. Symphony Of Destruction (MEGADETH)
3. Rock The Night (EUROPE)
4. Seasons In The Abyss (SLAYER)
5. We’re Not Gonna Take It (TWISTED SISTER)
6. Blackened (METALLICA)
7. Thunderstruck (AC/DC)
8. Run To The Hills (IRON MAIDEN)
9. Paranoid (BLACK SABBATH)
10. Princess Of The Night (SAXON)

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