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HEMLOCK SMITH - Keep the Devil Out of Hillsboro

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Artist HEMLOCK SMITH
Title Keep the Devil Out of Hillsboro
Homepage HEMLOCK SMITH
Label PHÉNIX RECORDS
Leserbewertung
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9.0/10 (2 Bewertungen)

HEMLOCK SMITH ist ein Projekt des Schweizer Singer/ Songwriters Michael Frei. Angesiedelt irgendwo zwischen Rock, Folk, Pop und Jazz, erzählt der Lausanner kleine Geschichten voller Ironie und Lebensweisheiten, für die er sich ein ganzes Geschwader Gastmusiker ins Studio geholt hat, um „Keep The Devil Out of Hillsboro“ einzuspielen.

Das Album ist die dritte Langrille des Eidgenossen, der live von drei weiteren Musikern unterstützt wird und besticht mit einem wunderbaren Klangkosmos, der abwechslungsreicher kaum sein könnte. Angefangen beim Titeltrack, der mit einer Akustikgitarre und dem betörenden Gesang von Mastermind Frei auskommt, über bluesige Zirkuswalzer a la „Blink“ und „Dunkirk/Jerusalem“, die auch einem NICK CAVE bestens gefallen würden, geht es weiter mit der Klavierballade „My Wonderful Bereaved“, die ganz tief in die Emotionenkiste greift ohne jemals kitschig zu wirken. Schräge Banjoklänge und scheppernde Bläsersätze sorgen bei „Queen of The Spring Ball“ für den nötigen Groove, während „Spring Is Mine“ und „Bracket“ weitere stille, sehr reduzierte Nummern des Albums sind, wobei der letztgenannte Song mit einem krachenden Refrain überrascht, den ich in dieser Form nicht erwartet hätte. Immer schwingt der Hauch eines Geheimnissen über den Liedern, so auch beim angejazzten „Family Tree“, wohingegen der Sound beim folgenden „Everyone Love“ von gefühlvollen Blechinstrumenten in Slow Motion beherrscht wird. Besonders intensiv ist „The Loveless Eternal“ ausgefallen, aber auch „Little Jesus & The Housecat“ braucht sich in Sachen gut verpackter Melancholie nicht zu verstecken. Das Gerücht, HEMLOCK SMITH, habe hauptsächlich mit Filmmusik zu tun, wird vermutlich von solchen Stücken wie „Carnival of Souls“ genährt. Der dramatische Song transportiert Unmengen Bilder, die umgehend im Kopfkino abzulaufen beginnen. Die perfekte Untermalung für einen Film Noir – vielleicht sollte man mal die Herren Frei und Lynch zusammenbringen. „The North Sea“ ist dem verstorbenen schwedischen Pianisten Esbjörn Svensson gewidmet und gefällt mit skandinavischer Schwermut, bevor da abschließende „Testament“ erneut alle Register zieht.

HEMLOCK SMITH sind mir bislang bei keiner Gelegenheit unterkommen, was wirklich bedauerlich ist, denn die Musik der Schweizer geht wirklich unter die Haut. Zartes Songwriting trifft auf abwechslungsreiche Arrangements, wodurch ein gelungener Mix entsteht, der im Spannungsfeld zwischen TOM WAITS, LAMPCHOP und DEUS beheimatet ist.

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