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HERBERT KNEBEL - Ich glaub, ich geh kaputt…! (DVD)

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Artist HERBERT KNEBEL
Title Ich glaub, ich geh kaputt…! (DVD)
Homepage HERBERT KNEBEL
Label SONYBMG
Leserbewertung
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3.5/10 (2 Bewertungen)

Endlich ist es so weit: 20 Jahre HERBERT KNEBEL (unnachahmlich verkörpert von Uwe Lyko) werden mit der ersten DVD des grantelnden Essener Rentners gefeiert. Wird aber auch Zeit nach zehn Live-Programmen ( das elfte ist in der Mache), zwei Solo-Programmen, einem „U-Punkt“ im WDR-Hörfunk, einem Stammplatz bei den „Mitternachtsspitzen“ im WDR-Fernsehen, zehn CDs und fünf Büchern. 20 Jahre HERBERT KNEBEL sind natürlich mehr als auf eine DVD passt, deshalb gibt es auch gleich zwei. Überwiegend mit HERBERT KNEBEL solo, aber auch mit dem AFFENHEATER und sogar mit einem Kurzfilm namens „Herberts Welt“.

Präsentiert wird die Retrospektive vom Chef höchstpersönlich und seinen Co-Autoren Martin Breuer (auf der Bühne als Ernst Pichel unterwegs) und Sigi Domke, der selbst Autor erfolgreicher Ruhrgebietskomödien und Gründungsmitglied des AFFENTHEATERs ist, in Herberts Esszimmer, wo neben manchem Pils auch der ein oder andere Magenbitter gekippt wird, während sich der große Bogen der Knebel-History spannt: Von der aller ersten Knebel-Nummer „Raucher“ über die Exzesse des fanatischen Heimwerkers Mörtel, den Hundsgemeinheiten der Gonska-Brüder bis zu den nächtlichen Aktivitäten des Hamsters Goldi.

Die Bonus-DVD serviert einige der üppigsten Sahneteilchen, die das AFFENTHEATER in den Archiven fand, darunter das frühe Liebeslied „Schiffbruch“, das derbe Märchen vom „Froschkönig“ oder das kongeniale Beatles-Cover „Sie liebt dich“. Besonderer Leckerbissen: Die Fernsehproduktion „Herberts Welt“, in der unser Titelheld kurzerhand eine Trinkhalle übernimmt, während Ozzy und Ernst Pils im Supermarkt kaufen sollen, um die Fußballfans nach dem Pokalendspiel mit dem Allernötigsten zu versorgen.

Das alles, und noch viel mehr, sind 20 Jahre KNEBEL. Es muss wohl der Dunst der Inspiration gewesen sein, der 1988 aus einer Zigarre in einer hoffnungslos vollgequarzten Bude in Essen hochstieg und einen damals ziemlich unbekannten Kleinkünstler namens Uwe Lyko zu den Worten hinriss, die ihm seine neue Geheimidentität verliehen: „Boh glaubse, die ganzen Knochen gelb. Dat krisse doch nie im Leben wieder ab. Wir ham aber auch wieder wat weggeraucht, mein lieber Herr Gesangsverein!“ Er sprach in jener wohlbekannten Stimme, die heute sofort das Bild des frühverrenteten Kassengestellträgers mit Prinz-Heinrich-Mütze und hellbrauner Jacke beschwört, den wir als HERBERT KNEBEL kennen. Dies war die Geburt eines Originals, eines unverwechselbaren Typen, der mit seiner „Geh mir weg…“-Einstellung durchs Leben schlurft. Womit er jene parodiert, die den lieben langen Tag an der Trinkhalle stehen, von ihrer kleinen Welt erzählen und über alles meckern, was nicht hinein passt. Eine Spezies, von der man schon damals dachte, dass sie so gut wie ausgestorben sei. Und die man selbst heute noch zur Genüge findet, wenn man mit offenen Augen und Ohren durchs Ruhrgebiet spaziert. KNEBEL kennt sein Revier und die Menschen genau: Er weiß, was sie essen (Plockwurst), wo sie einkaufen (Wollwort), was sie denken („Lecko Pfanni!“).

Wer im Gegenzug KNEBEL kennt, weiß wohl, dass zur Inspiration die Transpiration gehört: HERBERT KNEBELS AFFENTHEATER tränkte die Kleinkunstbühnen der Republik mit Schweiß, landauf, landab. Anfangs war die Figur HERBERT KNEBEL eine unter vielen, doch der rabiate Rentner war einfach nicht zu stoppen – genauso wenig wie seine Band: Ozzy Ostermann an der Gitarre, Ernst Pichel am Bass und der Trainer am Schlagzeug, versierte Musiker, die zu jedem Sketch ein humorvolles Pop-Statement abgeben. Zehn Live-Programme mit Herbert Knebels Affentheater – braucht man da noch einen Beweis für unersättliche Spiellust? Na gut, einen soll es noch geben, denn das elfte Programm „Love is in Sie Er“ feiert schon bald, am 23.10.2008, Premiere.

Bis dahin kann ich nur ganz viel Spaß wünschen mit 240 Minuten HERBERT KNEBEL und seinem AFFENTHEATER, die keine Wünsche offen lassen. Und wenn Herbert in eure Gegend kommen, dann solltet ihr euch die zeitlosen Krawall-Rentner auf keinen Fall entgehen lassen!

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