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HERRENMAGAZIN - Das Ergebnis wäre Stille

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Artist HERRENMAGAZIN
Title Das Ergebnis wäre Stille
Homepage HERRENMAGAZIN
Label DELIKATESS
Leserbewertung
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6.1/10 (12 Bewertungen)

Irgendwie habe ich HERRENMAGAZIN seit ihrem 2008er Debüt „Atzelgift“ ein bisschen aus den Augen verloren. Ich glaube, so ist es vielen gegangen. Warum, kann ich gar nicht sagen, aber ich freue mich, dass ich die Herren Deniz Jaspersen (Gitarre und Gesang), Philip Wildfang (Gitarre) und Rasmus Engler (Drums) wiedergefunden habe. Philip Wildfang ist seit Anfang 2009 nicht mehr am HERRENMAGAZIN-Sechssaiter anzutreffen und wurde durch König Wilhemsburg ersetzt. Was ist sonst neu auf dem dritten Longplayer der Hamburger?

Die Musik wirkt reduzierter, konzentrierter, die handwerklichen Qualitäten der Protagonisten haben ein wenig gewonnen und es wird nicht mehr so viel geschrammelt wie in den Anfangstagen der 2004 gegründeten Kapelle. Mit dem Opener „Regen“ legt der Vierer zunächst einmal knackig los und serviert eingängige Kost, die den Kopf zum Wippen und die Beine zum Tanzen bringt. Mit der ersten Single „Frösche“ lassen es die Jungs hingegen etwas ruhiger angehen und regen zum Nachdenken an, ehe „Lang nicht mehr da“ zum emotionalen Indie-Pop-Rundumschlag ausholt und „Dein Wort“ doch noch die schrammelnden Langäxte auspackt. Aber nur für einen kurzen Moment, dann geht es wieder mit ebenso viel Energie wie Gefühl ohne Umwege nach vorn. „Landminen“ und „Qlinch“ bleiben den leisen Tönen treu und wissen ohne viel Tamtam zu fesseln. Dass Deniz Jaspersen auch 2013 keine gesanglichen Höchstleistungen abliefert, spielt dabei überhaupt keine Rolle, trägt im Gegenteil eher dazu bei, der Musik Authentizität zu verleihen. Mit „In toten Hügeln“ nehmen HERRENMAGAZIN erneut Fahrt auf, und auch „Geröll“ zollt dem Rhythmusverlangen Tribut. „Alle Lügen“ spielt unterdessen mit den Melodien, um auf der Zielgeraden das Zepter an das semi-akustische „Krumdal“ abzugeben.

Wovon das Ergebnis Stille wäre, lassen HERRENMAGAZIN offen. Hier ist die Fantasie des Hörers gefragt, der des Weiteren aufgefordert ist, den Texten ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als man dies vielleicht bei einer Band täte, die mit ihrer Energie auch schon mal den einen oder anderen Kellerclub in Brand gesetzt hat und als am Punk, DIY und Indie geschulte Sauf- und Raufrabauken galten. Ohne Frage sind HERRENMAGAZIN ruhiger geworden. Dabei haben sie jedoch nicht vergessen, ihre Duftmarken zu setzen und liefern im Ergebnis zehn drängende und hochmelodische Tracks ab, die sich hören lassen können.

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