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HERRENMAGAZIN - Sippenhaft

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Artist HERRENMAGAZIN
Title Sippenhaft
Homepage HERRENMAGAZIN
Label GRAND HOTEL VAN CLEEF
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Aufgepasst, es gibt eine neue Ausgabe des HERRENMAGAZINs! Nein, nein, wir sprechen hier jetzt nicht von irgendeiner Bückware, die unterm Ladentisch verkauft wird, sondern vom vierten Album der gleichnamigen Hamburger Kapelle. „Sippenhaft“ heißt die Langrille und serviert elf kleine Indie-Pop-Perlen, die nicht nur musikalisch sondern auch textlich einiges zu bieten haben.

Die Stil-Änderungen, die sich bereits mit dem 2013er-Vorgänger „Das Ergebnis wäre Stille“ abgezeichnet haben, sind inzwischen verstärkt hörbar. Die Gitarren schrammeln nicht mehr so heftig wie in den Anfangstagen vor gut zehn Jahren; der Opener „Ehrenwort“ kommt zunächst sogar ganz ohne Langäxte aus und lässt dabei nichts vermissen. Deniz Jaspersen (Gesang & Gitarre), König Wilhelmsburg (Gitarre), Paul Konopacka (Bass & Gesang) und Rasmus Engler (Drums) lassen es insgesamt einfach etwas ruhiger angehen, sind aber weit davon entfernt, langweilig zu sein. In diesem Sinne schließt sich das abwechslungsreiche „Halbes Herz“ an, das von viel Herzblut kündet und keineswegs halbherzig aus den Boxen klingt, während „Alles so bekannt“ druckvoll übernimmt und umgehend in Bein und Ohr geht. Der Titeltrack „Sippenhaft“ besteht aus einem Bass- und Piano-Fundament, auf das atmosphärische Gitarrenakkorde und sparsame Schlagzeug-Sounds aufbauen. Das Hauptaugenmerk liegt hier klar auf den Lyrics, die von der Bürde berichten, welche die eigene Familie und deren Geschichte einem fürs eigene Leben auferlegt. Mit „Gärten“ geht’s gut gelaunt und mit catchy Hooklines weiter und mit „Zum Teufel“ lädt das Quartett auf den Indie-Dancefloor, wo sich auch das treibende „Es reißt mich zusammen“ wohlfühlt. „Wir bluten aus“ schaltet nur in Bezug aufs Tempo einen Gang zurück, bleibt ansonsten aber gewohnt intensiv und hörenswert, ehe „Käferlicht“ sich der großen Emotionen mit der nötigen Portion Pathos annimmt und „Zwischen den Tätern“ abermals die Krachlatten von der Leine lässt. Bleibt noch das finale „Bis du mir glaubst“, das auf der Zielgeraden mit reduzierten Mitteln zu fesseln weiß.

„Sippenhaft“ zeigt deutlich, dass sich HERRENMAGAZIN in den rund zehn Jahren ihres Bestehens kontinuierlich weiterentwickelt haben. Jede Platte passte absolut in ihre Zeit und kann sich auch heute noch hören lassen, was ganz besonders für „Sippenhaft“ gilt. Ein wirklich schönes Album, das zu hören uneingeschränkt Spaß macht.

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