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HERRSCHAFT - Tesla

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Artist HERRSCHAFT
Title Tesla
Homepage HERRSCHAFT
Label CODE666
Leserbewertung
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7.0/10 (5 Bewertungen)

Die nächste HERRSCHAFT, dieselbe Dame? Wenn Franzosen mit einem deutschen NDH-Begriff und dem Genre Cyber Metal hausieren gehen, ist erst mal trojanische Vorsicht angebracht. Tummeln sich doch in diesem Feld so einige Dünnbrettbohrer und unsere westlichen Nachbarn sind nicht gerade für profunde Elektro-Erzeugnisse bekannt. Die 4 kreativen Herren mit den natürlich ebenso kreativen Namen fanden musikalisch Ende 2004 zusammen und können bislang auf eine EP mit dem Titel „Architects of the humanicide“ zurück blicken. Entsprechend misanthropisch gibt man sich auch auf der Homepage, Säbelrasseln für den guten Verkaufszweck. Das neue Werk scheint dem Herrn Tesla gewidmet zu sein, von David Bowie kongenial im vertrackten Leinwandhit „Prestige“ verkörpert.

Musikalisch wird schnell deutlich, dass man hier nicht in den Gewässern der DEATHSTARS oder ähnlicher Konsorten fischt, es geht deutlich saftiger zur Sache. Als Referenz fiel mir bereits beim 2ten Track „Human Soul“ eine finnische Combo ein, die bereits zu Beginn des neuen Jahrtausends diesen Mix aus Extrem Metal und Electro Grundierung kultivierte. …AND OCEANS, die immerhin bei Century Media angestellt waren und mittlerweile unter der Bezeichnung HÄVOC ÜNIT firmieren, konnten aber nie die verdienten Meriten für ihre Visionen einfahren. Diesen Weg setzen nun HERRSCHAFT fort, kombinieren harte Synthetik Beats mit derben Riffs und allen Arten von Schrei- bis Grunzgesang. Mitunter erinnert das bei den quiekigen Screams an Dani Filth, wird aber glücklicherweise nie richtig albern. Nur auf das einmalige Experiment des Cleangesangs gegen Ende sollte man lieber verzichten. Ein paar weitere Auffälligkeiten: „Nemesis“ bekommt durch die Verwendung einer weiblichen Stimme einen gewissen Ethno Touch, „I am the One“ wirkt getragener und integriert Dub-Elemente. Das Grundmotiv vom folgenden „Chaostructure“ wurde dann mal eben bei einem bekannten Electro Hit (müsste VNV NATION sein) geborgt, während „Apocalypse Child“ auf RAMMSTEIN-Flair setzt. Ein unspektakulärer Hidden Track rundet das Ganze ab.

Ohne den ganz großen Wiedererkennungswert bieten HERRSCHAFT doch sehr solide Kost für den abgehärteten Fan derartiger Synthesen und mehr Substanz, als ich dies zunächst vermutet hatte. Zumindest zieht man überwiegend die Kompromisslosigkeit dem Kommerz vor, was heutzutage ja nicht mehr selbstverständlich ist…

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