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HEXEN - Being and Nothingness

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Artist HEXEN
Title Being and Nothingness
Homepage HEXEN
Label PULVERISED RECORDS
Leserbewertung
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9.0/10 (46 Bewertungen)

In der Wahl ihrer Cover-Künstler lassen sich HEXEN nicht lumpen. Wurde ihr letztes Release „State Of Insurgency“ (2008) noch von Ed Repka veredelt, durfte beim neuesten Output „Being And Nothingness“ Kristian Wåhlin, auch bekannt als Necrolord, den Pinsel schwingen. Genug zur Optik, wenden wir uns der Musik der Kalifornier zu: Auf dem Vorgänger keulten HEXEN Achtziger-Thrash ohne Wenn und Aber, Anno 2012 wird dieser zusätzlich mit reichlich Progressivität bestückt.

Das zweite HEXEN-Album stellt somit eine Abkehr vom melodischen Hau-drauf-Thrash des Erstlings dar und so wollen die Jungs um Sänger/ Bassist Andre Hartoonian auf „Being and Nothingness“ anscheinend lieber zeigen, was sie an ihren Instrumenten drauf haben, als Musik zu schreiben, die aus dem Bauch kommt und in selbigen geht. Daher auch gleich zum größten Manko der Scheibe – bei der zum Teil ausufernden Komplexität der Stücke (das fast 15-minütige „Nocturne“) fehlt mir die nötige Eingängigkeit beziehungsweise Durchdachtheit. Zwar streuen die Amis auch mal nachvollziehbare Thrashsongs („Private Hell“ und „Grave New World“), die sogar zum Mitshouten („Walk As Many, Stand As One“) animieren, ein, aber die Mehrzahl der Lieder sind mir zu verkopft und mit gefühlten tausend Soli vollgestopft („Streams Of Unconsciousness“ oder „Indefinite Archetype“). Das soll jetzt nicht heißen, dass die Scheibe schlecht ist, sie braucht allerdings mehrere Durchläufe, um zu zünden. Für Prog-Fans, die auch auf Thrash stehen, könnte sie sogar eine „Entdeckung“ sein. Mir fehlen insbesondere die Nachvollziehbarkeit im Aufbau und die Abwechslung im Gesang – Hartoonian krächzt sich überwiegend uninspiriert durch die Songs – die eine stilistisch ähnliche Band wie zum Beispiel TOURNIQUET besser hinbekommt. Passend zur neuen Vorliebe für Progressivität hat sich der Vierer textlich von Jean-Paul Sartre inspirieren lassen und „BaN“ nach dem Hauptwerk des französischen Philosophen, „Das Sein und das Nichts“, benannt. Ähnlich schwer verdaulich wie die Abhandlung Sartres für Nicht-Philosophen ist auch ihre Platte für den gemeinen Thrasher.

„Being And Nothingness“ ist insgesamt zwar gewöhnungsbedürftig und nicht leicht zu konsumieren, enthält aber viele interessante Stücke, die mit jedem Durchlauf wachsen – wie „Defcon Rising“ und das bereits erwähnte und mit Klassikanteilen versehene „Nocturne“. Ob sich HEXEN jetzt allerdings einen Gefallen mit der musikalischen Kurskorrektur getan haben, sollen ihre Fans entscheiden, mir ist das Werk insgesamt zu kopflastig, hat aber wie beschrieben oft seine Reize. Fans des progressiven Thrash-Metals sollten daher auf alle Fälle ein oder zwei Ohren riskieren.

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