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HEXVESSEL - No Holier Temple

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Artist HEXVESSEL
Title No Holier Temple
Homepage HEXVESSEL
Label SVART RECORDS
Leserbewertung
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4.6/10 (14 Bewertungen)

Schon die Verpackung lässt Eigensinn vermuten – Die ungewöhnliche Papp-Kartonage ist ein echter Eye-Catcher und der Inhalt hält das äußere Versprechen. HEXVESSEL sind mithin ein funkelndes Juwel in der heutigen Musiklandschaft und transportieren mit ihren Kompositionen geradezu magische Momente. Kurz etwas zum Background der finnischen Formation, die mit einem Szene-bekannten Engländer als Frontkauz aufwartet: Mat „Kvohst“ McNerney ist als Sänger der Avantgarde-Blackies DØDHEIMSGARD und CODE zumindest in „eingeweideten“ Zirkeln kein Unbekannter mehr. Zusammen mit einem Haufen Musiker aus Tampere zelebriert er nach eigener Definition „Forest Folk“, eine einfache Bezeichnung für einen großartigen Stilmix, der sich auf psychedelische Rockbands aus den späten 60ern/ frühen 70ern beruft. Das Debütalbum „Dawnbearer“ erregte bereits gewisses Aufsehen, das nun noch übertroffen werden dürfte und Hypes wie THE DEVIL’S BLOOD die Grenzen aufzeigt.

11 Songs, davon 4 kurze Interludes und 3 Stücke mit Überlänge, taucht man ein in eine mystische Welt voller dunkler Geheimnisse. Psychedelic Rock meets Doom meets (Neo)folk abgemischt mit einer Prise Morricone-Soundtrack. Ein einzigartiger Sound, ein musikalischer Trip ins Ungewisse einer unwirklichen Natur. Mehr düster und mehr elegisch als die allermeisten böse geschminkten Black Metal-Bubis und dabei deutlich musikalischer. Das absolute Highlight ist das zentral platzierte „His Portal Tomb“, bei dem sich schwere Doom Riffs mit Easy Listening-Parts abwechseln, bevor das Ganze nach gut 5 Minuten in einem fulminanten Schamanen-Finale gipfelt. Kopfkino pur. Das brillant gesungene „Sacred Marriage“ gräbt allen Mittelaltermarkt-Barden lockerst das Wasser ab. Dazu gibt es Violinen, eine Maultrommel, Trompeten, „Manzarek-Keys“ (Copyright Bandpromo) und zum Abschluss ein Cover von ULTIMATE SPINACH. „Your Head is reeling“ stammt von deren gleichnamigem Debüt und ist eine ebenso konsequente wie obskure Wahl, sehen sich HEXVESSEL doch in der Tradition früher Psychedelic- oder auch Krautrock-Bands.

Definitiv die faszinierendste Scheibe, die 2012 auf meinem Schreibtisch gelandet ist. Wer nicht ausschließlich auf Härte und Brutalität abonniert ist, darf dieses atmosphärische Kleinod nicht verpassen, das perfekt zu den anstehenden grauen Herbstmonaten passt. In the woods reloaded…

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